Benjamin Karl: "Der Hass lässt mich nicht kalt"
Der Olympiasieger hat zuletzt sein Snowboard-Comeback verkündet - bei seinen ÖSV-Kollegen fand das wenig Anklang.
Olympiasieger Benjamin Karl bleibt dem Parallel-Snowboard-Sport erhalten - diese Nachricht verkündete der Niederösterreicher Anfang September.
Ursprünglich hatte der 40-Jährige seine Karriere mit Ende des vergangenen Winters für beendet erklärt, um sich auf seine Rad-Karriere zu konzentrieren. Das Umdenken des Olympiasiegers kam vor allem bei seinen ÖSV-Kollegen nicht gut an.
Andreas Prommegger und Alexander Payer äußerten sich kritisch zu Karls Rückkehr, sehen darin die Teamchemie gefährdet.
Alles zu den "schweren Bedenken" der ÖSV-Snowboarder >>>
Hass? "Habe gelernt, damit umzugehen"
Nicht nur von seinen Teamkollegen, sondern auch in den sozialen Medien musste der 40-Jährige viel Kritik einstecken.
"Social Media ist schon die Härte mit all den Kommentaren, die jeder, anonym oder nicht, unter ein Posting stellen kann – ob es damit zu tun hat oder nicht", hält Karl nun im Gespräch mit der "Tiroler Tageszeitung" fest.
Seine Aussagen im Podcast "Mindgames", als er sich über die klare Rollenverteilung in seinem Haushalt äußerte (Hier nachlesen >>>), sorgen noch heute für eine Menge Gegenwind.
"Ich würde mir wünschen, dass mir die Leute manchen Fehltritt verzeihen können. Der Shitstorm, der Hass, lässt mich nicht kalt. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen", so Karl.
Ehefrau freute sich über Karls Comeback
Seine Familie habe sich gut mit dem eingeschlagenen Weg arrangiert: "Wichtig ist, dass jeder innerhalb seiner Familie einen Weg findet, der zu einem gemeinsamen Ziel führt. Über die Zeit entwickelt sich der Mensch und damit auch seine Ziele. Dann gilt es, diese wieder zu synchronisieren. Und manchmal sprühen dabei Funken. Was mich aber freut, ist, dass Nina und ich immer wieder einen gemeinsamen Weg finden. Dafür bin ich auch dankbar."
Wie seine Frau Nina auf Karls Comeback-Idee reagierte? "Die reagierte fast erleichtert, dass ich beim Snowboarden bleibe."
Auf einen Kampf mit seinen Teamkollegen sei er nicht aus. "Ich will zum positiven Teamklima beitragen und versuchen, die Jungen zu unterstützen. Leute wie meinen Freund Arvid Auner etwa", sagt der Niederösterreicher.