NEWS

Nach Abfahrts-"Erlösung" hofft ÖSV auf ein Kitz-Skifest

Für Chefcoach Pfeifer ist im schnellen Metier ein "Aufwärtstrend erkennbar". Abfahrts-Zweiter Kriechmayr ist noch skeptisch: "Es kann beim nächsten Mal wieder in die Hose gehen."

Nach Abfahrts-"Erlösung" hofft ÖSV auf ein Kitz-Skifest Foto: © GEPA

Geht es nach Österreichs Ski-Cheftrainer Marko Pfeifer, hat sich die Aussicht auf eine erfolgreiche Hahnenkammwoche aus österreichischer Sicht in den vergangenen Tagen in Wengen aufgehellt. "Es ist ein Aufwärtstrend erkennbar", erklärte Pfeifer am Sonntag im Berner Oberland.

Sein Befund galt den Speed-Piloten, die durch Stefan Babinsky und Vincent Kriechmayr in Super-G und Abfahrt jeweils einen zweiten Platz am Lauberhorn einfuhren, weniger dem Slalom.

"Wir waren in den Speed-Disziplinen stark vertreten. Im Super-G wie gehabt, in der Abfahrt ein erlösender zweiter Platz für unser Team", sagte Pfeifer.

Kriechmayr beendet ÖSV-Durststrecke: "Natürlich war es bitter" >>>

Kriechmayr bleibt vorsichtig optimistisch

Bleibt abzuwarten, ob der erste Abfahrtspodestplatz für den ÖSV seit fast zwei Jahren eine Wende einleitet oder sich als Eintagsfliege entpuppt.

Auch Kriechmayr wollte von seinem 40. Podestplatz noch nicht allzu viel ableiten. "Werden wir sehen. Es kann auch beim nächsten Mal wieder voll in die Hose gehen", sagte Österreichs Alleinunterhalter in der "Königsdisziplin".

Dem folgenden Heimklassiker in Kitzbühel blicken die Österreicher nun aber deutlich zuversichtlicher entgegen. Neben Kriechmayr und Babinsky habe sich in Wengen auch Daniel Hemetsberger gut präsentiert. Und Raphael Haaser könne in Kitzbühel noch mehr zeigen, betonte Pfeifer.

"Alles ist bereit, Kaiserwetter ist angesagt. Ich bin mir sicher, wir erleben ein Skifest mit hoffentlich vielen österreichischen Podestplätzen." Marco Schwarz, der Wengen erkrankt auslassen musste, will am Montag über einen Start im für Dienstag angesetzten ersten Abfahrtstraining entscheiden.

Der Artikel wird unterhalb fortgesetzt

Wengen-Preisgeld 2026: Das Ranking der Lauberhornrennen

Podestflaute im Slalom hält an

Im Slalom würde ein Stockerlplatz mit Sicherheit am überraschendsten kommen. Die ÖSV-Stangenartisten verpassten am Sonntag zum siebenten Mal in Folge das Weltcup-Podest. "Es schleudert alle ein bisschen", wusste Michael Matt, der als Siebenter eine ansprechende Leistung zeigte.

Matt rettet ÖSV-Ehre im Wengen-Slalom >>>

Zur Frage nach dem Olympia-Ticket für den Tiroler sagte Chefcoach Pfeifer jedoch: "Darauf werde ich sicher keine Antwort geben. Um sich aufzustellen, braucht es eine niedrige Platzierung, Top fünf wäre wünschenswert."

Nichtsdestoweniger ist Matt auf dem Weg, seinem Namen wieder Ehre zu machen und rechtzeitig vor einem Großereignis in Form zu kommen. Olympia-Bronze im Slalom hängt seit 2018 schon in seinem Trophäenschrank. 2019 wurde er Vize-Weltmeister.

Bruder Mario Matt veredelte seine Slalom-Karriere nach zweimal WM-Gold 2014 mit dem Olympia-Sieg in Sotschi. "Ich habe langsam wieder das Gefühl, dass ich wieder die Peitsche oder Punch nach vorne kriege", sagte Matt zu seiner aufsteigenden Formkurve. "Er arbeitet sich Rennen für Rennen nach vorne und fährt wirklich schnelle Abschnitte", meinte Pfeifer.

Pfeifer über Feller: "Form wirklich stabil und gut"

Dass sich mittlerweile kein Österreicher mehr in der Slalom-Topgruppe aufhält, macht Spitzenergebnisse gerade auf schnell nachlassenden Pisten aber schwierig. Auch deswegen kommt für Pfeifer aktuell nur Manuel Feller für einen Platz ganz vorne infrage.

"Ich sehe seine Form wirklich stabil und gut", pinselte Pfeifer dem gefrusteten Tiroler den Bauch, nachdem es in Wengen nur zu Platz elf reichte.

Im WCSL-Ranking, die Basis für jede Startliste in der jeweiligen Disziplin, steht Feller vor seinem Heimrennen am Ganslernhang aktuell auf Position zehn, Matt auf 17.

Ranking: Die 20 besten Abfahrer aller Zeiten

Kommentare