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Eisschnellläufer Odor wittert im Massenstart seine Chance

Der Tiroler will zum Abschluss der Spiele seine Erfahrung nutzen. Farthofer nimmt es als "Gaudi".

Eisschnellläufer Odor wittert im Massenstart seine Chance Foto: © GEPA

Die Massenstart-Bewerbe beschließen am Samstag (15.00 Uhr) in Mailand die olympischen Eisschnelllauf-Bewerbe.

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Gleich vier der sechs ÖOC-Aktiven dieser Sparte bei den Winterspielen in Italien sind mit dabei, Gabriel Odor und Alexander Farthofer bzw. Jeannine Rosner und Anna Molnar.

Aus diesem Quartett hat Odor in diesem Bewerb schon Erfahrung im Zeichen der Fünf Ringe, der Tiroler wurde vor vier Jahren in Peking Olympia-Zehnter. Diesmal soll für ihn mehr herausschauen.

"Medaille ist mein großes Ziel"

"Es war damals meine Taktik, über die Punktesprints die Top Ten zu erreichen", erinnerte sich Odor im APA-Gespräch an den durchaus gelungenen Auftritt.

"Die jetzige Saison ist aber bis jetzt gut gelaufen, daher habe ich mir im Massenstart schon mehr vorgenommen." In dieser Konkurrenz sei immer eine Überraschung drinnen, so der Vize-Europameister von 2024. "Ich bin auch immer gut dabei. Leider ist mir meine Taktik noch nicht aufgegangen. Aber die Medaille ist nach wie vor mein großes Ziel."

Vor sechs Wochen wurde Odor in Polen Massenstart-Fünfter, ebenso im November beim Calgary-Weltcup. "In Polen habe ich wieder gemerkt, wenn ich mich ein bisschen besser positioniert hätte, wäre ich dabei gewesen", meinte der Gritzener.

"Aber du verpasst den Moment kurz, deswegen ist das nichts geworden. Man darf sich nicht zu sehr auf die anderen fokussieren, muss sein eigenes Ding machen. Ich habe mir vorgenommen, nicht zu sehr auf die anderen, sondern auf mich zu schauen."

Belgier Swings der große Favorit

Das beherrscht Bart Swings perfekt. Der 35-Jährige hat im Massenstart ein Abonnement auf EM-Titel, ist da 2023 und 2024 Weltmeister geworden und hat für Belgien auf olympischer Ebene 2018 Silber sowie 2022 Gold geholt.

"Er ist einfach ein Ausnahmetalent im Massenstart", sagte der 25-jährige Odor. "Er ist wahnsinnig fit und super-leicht, wiegt keine 60 Kilo. Taktisch hat er einfach immer ein gutes Gespür." Vor den Spielen war Odor mit Swings in den Niederlanden in einer Trainingsgruppe.

Nun soll für den rot-weiß-roten Athleten eben der Karriere-Höhepunkt folgen. Wie es für Odor danach weitergehen kann, sei für ihn noch offen. "Wenn meine Ziele so aufgehen, wie ich es mir vorgenommen habe, würde ich natürlich gerne weiter Eisschnelllauf betreiben.

Nach den Spielen ändert sich sehr viel - in einem Sport mit Trainer, Teams in Holland. Da kann man nichts fix planen." In den vergangenen Jahren hatte Odor seinen primären Trainingsstützpunkt mit den Kanadiern in Calgary.

Olympia-Premiere von Molnar

Farthofer, Rosner und Molnar stehen im Vergleich am Anfang ihrer Karrieren.

Farthofer sieht im Massenstart eine "Gaudi. Da ist alles offen, Priorität haben bei mir aber definitiv die Einzelstrecken. Die mag ich lieber, da gewinnt der Beste, da gibt es keinen Zufall, kein Glück. Der Massenstart ist ein lässiges Rennen, lässig zu fahren, ein gutes Training, aber es zählt nicht so viel wie eine Einzelstrecke für mich."

Für den 20-Jährigen ist es seine insgesamt dritte Strecke in Mailand nach 5.000 m und 1.500 m.

Bei Rosner ist es nach 3.000 m, 1.000 m und 1.500 m sogar die insgesamt vierte. Beim Inzell-Weltcup war die 19-Jährige vor vier Wochen Massenstart-Fünfte. Molnar hingegen gibt ihr Olympia-Debüt, nachdem sie einen Nachrücker-Quotenplatz erhalten hatte.

"Ich hatte das schon abgeschrieben gehabt. Als die Mail vom ÖOC gekommen ist, war es unglaublich." Die 24-Jährige möchte aus diesen Spielen viel mitnehmen. "Es ist sehr motivierend für die nächsten vier Jahre, eine tolle Erfahrung."

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