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Die fast wundersame Wandlung des Fabio Gstrein

Der 28-jährige Tiroler hatte in dieser Saison viel zu kämpfen, pünktlich zum Saisonhighlight präsentiert er sich aber in Topform und krönt damit seine Karriere.

Die fast wundersame Wandlung des Fabio Gstrein Foto: © GETTY

Fünfter in Schladming und Zehnter in Levi - das war das höchste der Gefühle für Fabio Gstrein in den acht Weltcup-Slaloms in dieser Saison.

Just beim Olympia-Slalom in Bormio lieferte der 28-jährige Tiroler seine mit Abstand beste Saisonleistung ab und krönte sich und Österreichs Ski-Männer mit der ersten Einzelmedaille bei den Olympischen Spielen in Italien.

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"Es ist richtig lässig - ich habe eine richtige Gaudi damit", strahlte der Silbermedaillengewinner beim "ORF". Einzig Loic Meillard war an diesem Tag etwas schneller als der Österreicher. Am Ende fehlten 35 Hundertstel auf Gold.

Die "brutal zache" Saison

Der Mann aus dem Ötztal, der bisher zweimal als Dritter auf dem Weltcup-Podest gestanden war, erfuhr in den vergangenen Wochen eine fast wundersame Wandlung.

Bei der Krönung einer für ihn "brutal zach" anlaufenden Saison erinnerte sich Gstrein auch daran, dass es in Adelboden vor etwas mehr als einem Monat nicht einmal mehr zur Qualifikation für den zweiten Durchgang gereicht hatte.

Erst in Kitzbühel schüttelte er mit Rang elf die Formkrise ab: "Aber ich habe mich da rausgemausert. Ich bin richtig stolz und dass es jetzt mit einer Medaille geklappt hat, ist natürlich mega lässig."

Seine Ergebnisse in den bisherigen Saison-Slaloms lauteten: 10, 16, 15, 13, DNF1, DNQ, 20, 11 und 5.

Die richtige Unterstützung

Den Glauben an seine Fähigkeiten hat Gstrein aber trotz all der Schwierigkeiten und Hindernisse nie verloren.

"Ich wusste immer, wenn alles zusammenpasst, kann ich vorne mitfahren. Aber da ist die Unterstützung von zuhause auch sehr wichtig. Vor allem von meiner Frau Lisa, die mir auch ab und an dann auf die Finger klopft, wenn ich hinten rumfahre. So eine Medaille ist nun auch eine Belohnung, nicht nur für mich, sondern auch für die treuen Fans, die immer hinter einem stehen", so Gstrein.

Gstrein verteidigt das Slalom-Team

Der Ötztaler verhinderte im letzten Bewerb auch den zweiten "Nuller" in Einzelentscheidungen bei Olympia überhaupt. 2010 hatte es in Whistler in damals fünf Bewerben inklusive der traditionellen Kombination nichts zu feiern gegeben.

Die Bilanz der diesjährigen Spiele poliert zusätzlich die Silbermedaille in der im Weltcup-Alltag nicht ausgetragenen Team-Kombination durch Vincent Kriechmayr/Manuel Feller auf.

Neben Gstrein landete noch Michael Matt im Slalom auf Rang acht, Marco Schwarz wurde Zehnter. Mitfavorit Manuel Feller schied bereits im ersten Durchgang aus.

Kritik am ÖSV-Männer-Team wollte Gstrein aber nicht gelten lassen: "Wir könnten alle vorne mitfahren, aber wir setzen es einfach nicht richtig um. Und dann bekommen halt die Trainer eine aufn Deckel und auch wir Fahrer von den Medien. Das heute ist ein Beweis, dass wir dann doch auf dem richtigen Weg sind und das freut mich."

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