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Tränen bei Gold-Duo: "Wir wissen, wo wir herkommen"

Ariane Rädler und Katharina Huber holen sensationell Olympia-Gold in der Team-Kombination. Die beiden verbindet ein mitunter schwieriger Weg, die großen Erfolge blieben bislang aus.

Tränen bei Gold-Duo: "Wir wissen, wo wir herkommen" Foto: © GEPA

"Am Papier hat es viele Favoritinnen gegeben, aber da waren wir sicher nicht ganz vorne dabei", geben Katharina Huber und Ariane Rädler zu.

Am Ende sind sie dann doch ganz vorne und dürfen sich nun sensationell Olympiasiegerinnen in der Team-Kombination nennen.

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"Wir haben beide gewusst, es kann alles passieren. Und das haben wir heute auch gezeigt", sagt Huber.

"Wir haben gar nicht gecheckt, dass wir Gold haben"

"Team 95", wie sich das Duo aus Vorarlberg und der Steiermark aufgrund ihres gemeinsamen Geburtsjahrs 1995 nennt, lag nach der Abfahrt auf Rang zwei. Rädler war nur 0,06 Sekunden langsamer als Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson.

Im anschließenden Slalom behielt Huber die Nerven und setzte sich zunächst vor das deutsche Duo Kira Weidle-Winkelmann/Emma Aicher. Shiffrin brachte die US-amerikanische Halbzeitführung durch Johnson nicht ins Ziel.

"Wir haben gedacht, Shiffrin wird das machen. Wir haben eigentlich nur unsere Medaille gefeiert und gar nicht richtig gecheckt, dass wir jetzt Gold geholt haben", schildert Rädler.

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Selbst Silber wäre für das Duo Rädler/Huber schon mehr gewesen, als sie sich im Vorfeld erträumt hätten. Gold überragt nun alles und ist der Lohn für viel harte Arbeit und Durchhaltevermögen.

"Wir sind richtig gute Skifahrerinnen, haben es aber noch nie so zeigen können."

Sowohl Rädler als auch Huber haben noch kein Weltcup-Rennen gewonnen

"Wir wissen, wo wir herkommen", sagt die ruhige und besonnene Rädler. "Wir sind richtig gute Skifahrerinnen, haben es aber noch nie so zeigen können. Wir sind irgendwie den gleichen Weg gegangen."

Die beiden kennen sich seit der Kindheit, sind schon Schülerrennen gegeneinander gefahren.

Weder Rädler noch Huber haben bisher ein Weltcup-Rennen gewonnen. Die Vorarlbergerin stand bisher zwei Mal am Podest (jeweils im Super-G), die Niederösterreicherin ein Mal in einem Teambewerb.

Rädler hat schwere Zeiten hinter sich

"Ich bin eher die Person, die im Schatten steht. Ich habe immer gewusst, dass ich eine gute Skifahrerin bin und es schon funktionieren könnte. Dass das jetzt endlich mal geklappt hat, kann man gar nicht begreifen", sagt Rädler.

Die Speed-Spezialistin hat in ihrer Karriere bereits vier Kreuzbandrisse erlitten und hatte in den vergangenen Jahren mit dem Tod ihrer Mutter auch privat schwierige Zeiten.

Zwischen Abfahrt und Slalom habe sie an ihre Mutter gedacht, erzählt Rädler sichtlich berührt. "Ich habe gesagt: Mama, du musst jetzt auf uns schauen, dass die Kathi das runter bringt. Ich habe sicher schon viel mitgemacht, aber ich habe auch ein gutes Umfeld, dass mich da immer wieder zurückgebracht hat."

Auch Huber schießen zwischendurch Tränen in die Augen. "Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Es ist einfach megageil, dass wir das gemeinsam geschafft haben."

Und das, obwohl sie am Papier gar nicht zu den Favoritinnen gehört haben…

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