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Zauchensee: Die "Achterbahnfahrt" der Cornelia Hütter

ÖSV-Ass Conny Hütter erlebte beim Heim-Weltcup in Zuchensee ein Wechselbad der Gefühle - inklusive Happy End.

Zauchensee: Die Foto: © GEPA

Rätselnd über ihr Kopfkino ist Cornelia Hütter am Samstag als Abfahrts-16. im Zielraum von Zauchensee gestanden.

Am Sonntag schaffte es die Freitag-Siegerin mit Platz zwei im Super-G eindrucksvoll in die Erfolgsspur zurück. Rennergebnis >>>

"Ich habe nicht 100 Siege, dass das für mich Normalität ist. Es war mein fünfter, das daheim, und das hat mich ziemlich geflasht", erklärte Hütter, dass sie am Tag davor von den Emotionen völlig übermannt worden sei.

Hütter über Rückschlag in Abfahrt: "Ich hatte einfach Angst..."

Sie könne aus dieser Situation hoffentlich lernen, auch wenn sie oft selbst nicht verstehe, "was in meinem Kopf vorgeht". Gedanken an mögliche Verletzungen hatten einen ängstlichen Samstag-Auftritt fabriziert. "Das sind Gedanken, die in einer Abfahrt nicht gut sind", sagte in der Super-G-Disziplinwertung führende Hütter.

Derartige Rückzieher sind wohl ihrem von schweren Verletzungen gezeichneten Karriereverlauf geschuldet. "Ich hatte einfach Angst, dass ich mir wieder wehtue. Eigentlich gibt es dafür keinen Grund, aber es ist wohl normal im Leben, dass sich Tage einfach nicht so gut anfühlen."

In ihrem Job gäbe es eben 40-m-Sprünge bei 130 km/h. "Was sind dann 1,4 Sekunden (Rückstand)? Das ist nicht viel, aber im Endeffekt ist es gleich enttäuschend." Sie habe das Erlebte am Abend nach Gesprächen mit ihrem engeren Umfeld gut aufarbeiten können. Für Hütter stand nun fest: "Es ist kein Weltuntergang, es ist keine Tragödie, aber es gehört einfach darüber geredet."

Assinger "will etwas finden, um Achterbahn zu reduzieren"

ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger wollte die Abfahrtsperformance seiner Teamleaderin nicht überdramatisieren. "Sie hat schon viel mitgemacht mit sehr vielen Verletzungen. Voriges Jahr hat sie auf gewisse Rennen verzichten müssen. Heuer ist sie schon bereit, dass sie an solchen Tagen zumindest fährt und sie ist 16. geworden."

Der Kärntner wertete dies als "Schritt in die richtige Richtung. Jetzt geht es darum, etwas zu finden, um diese Achterbahnfahrt noch mehr zu reduzieren".

Grund zur Freude will Hütter auch am Samstag gefunden haben, als Stephanie Venier und Mirjam Puchner aufs Podest gefahren waren. "Letztes Jahr sind wir oft unter Wert geschlagen worden. Jetzt ist es einfach cool. Aber es heißt trotzdem nicht ausruhen, sondern gleich an Cortina denken." Dort stehen ab 26. Jänner erneut drei Speedrennen (zwei Abfahrten, ein Super-G) an.

Puchner lancierte unweit ihres Heimatortes St. Johann gleich zwei Befreiungsschläge. "In Zauchensee hätte ich es mir am wenigsten erwartet. Es war eine Strecke, wo ich immer gekämpft habe", sagte die Lokalmatadorin jubelnd. Sie habe sich im Technikbereich weiterentwickelt. "Gerade in den schwierigeren Passagen. Natürlich tut es gut, zuhause aufs Podest zu fahren. Das ist ein Zeichen, dass man am richtigen Weg ist."


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