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ÖSV-Abreibung in Sölden: "Sie fahren nicht absichtlich langsam"

Ausgerechnet Franziska Gritsch, die auf eigene Faust außerhalb des ÖSV trainiert, rettet beim Weltcup-Auftakt die rot-weiß-rote Ehre. Die Gründe für die ÖSV-Abreibung in Sölden:

ÖSV-Abreibung in Sölden: "Sie fahren nicht absichtlich langsam" Foto: © GEPA

Österreichs Ski-Frauen sind beim Weltcup-Auftakt in Sölden nur knapp an einem Debakel vorbeigeschrammt.

Mit Lokalmatadorin Franziska Gritsch schaffte es im Riesentorlauf in Sölden nur eine einzige Österreicherin in den zweiten Durchgang und rettete vor 14.600 Zuschauern die rot-weiß-rote Ehre.

Die 29-Jährige, die seit fast drei Jahren abseits des ÖSV als kleines Privatteam trainiert, verbesserte sich nach Rang 15 im ersten Lauf mit der siebentbesten Zeit im zweiten Durchgang auf Platz neun.

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Gritsch: "Ich habe mich generell hinterfragt"

"Es freut mich sehr, dass ich das daheim erleben und zeigen kann, vor Familie und Freunden, die auch in den letzten zwei Jahren zu mir gestanden sind, wo es recht hart war", sagt Gritsch.

In der vergangenen Saison war ein 18. Platz ihr bestes Resultat im "Riesen", vor einem Jahr in Sölden verpasste sie als 53. die Qualifikation für den 2. Durchgang.

"Ich habe mich generell hinterfragt und versucht, Schlüsse daraus zu ziehen - was war gut, was muss ich verändern. Der Materialwechsel hat natürlich auch geholfen", erklärt Gritsch. "Ich fühle mich wieder wohler und freier beim Skifahren, es macht wieder Spaß."

ÖSV-Chefcoach Zöchling: "Bei manchen hat es überhaupt nicht funktioniert"

Weniger Spaß hatten die anderen Österreicherinnen. Mitfavoritin Julia Scheib stürzte im 1. Durchgang, die übrigen ÖSV-Athletinnen verpassten den 2. Durchgang.

"Wir haben leider die Leistung nicht so gebracht, wie wir es wollten", sagt der neue ÖSV-Frauen-Cheftrainer Johannes Zöchling. "Aber sie fahren nicht absichtlich langsam, heute hat es leider bei manchen überhaupt nicht funktioniert."

Das sind die Gründe für die ÖSV-Abreibung in Sölden:

- Der Scheib-Ausfall

Österreichs beste Riesentorläuferin und Dominatorin der Vorsaison ist im 1. Durchgang früh gestürzt. Sie wäre wahrscheinlich am Weg zur Halbzeitführung gewesen.

Freilich ist das Hätti-Wari, aber: Bringt Scheib zwei Läufe normal runter, kann sie zumindest aufs Podest fahren bzw. gewinnen. In Sölden lag sie bei der zweiten Zwischenzeit kurz vor dem Ausfall 0,88 Sekunden vor der Halbzeit-Führenden Mikaela Shiffrin.

- Die Lücke hinter Scheib

Dass im ÖSV-RTL-Team hinter Scheib eine Lücke klafft, ist nichts Neues. In der vergangenen Saison war die zweitbeste Österreicherin im RTL-Weltcup Stephanie Brunner auf Platz 17. Außerdem in den Top 30: Nina Astner (24.) und Katharina Liensberger (28.). Franziska Gritsch war 32.

Brunner hat es einmal mehr nicht geschafft, die laut den Coaches guten Trainingsleistungen im Rennen zu zeigen.

"Vielleicht will die Stephi einfach zu viel im Rennen, dass sie das Eutzerl zu viel macht. Deswegen drückt es sie am Schwungende immer ein bisschen raus und dann bringt sie am Schwungansatz den Außenski nicht auf den Schnee und in der Folge keinen Zug auf den Ski", analysiert Cheftrainer Zöchling.

Mit Franziska Gritsch auf Platz neun hat zumindest eine andere routiniertere Athletin die Rot-Weiß-Roten Fahnen hochgehalten – und das, obwohl sie in einem Privat-Team trainiert.

"Ich kenne sie relativ gut. Wir sind Österreicher, wir freuen uns auch mit der Franzi mit. Sie hat den Weg eingeschlagen vor zwei Jahren, aber das ist ihr gutes Recht", so Zöchling, der Gritsch schon in der Vergangenheit als Gruppentrainer im ÖSV unter seinen Fittichen hatte.

- Der Mittelbau fehlt

Der Mittelbau im ÖSV-Team fehlt aktuell. Nina Astner, die durchaus in die Top 15 fahren kann, und Lisa Hörhager waren verletzungsbedingt in Sölden, ebenso wie Katharina Liensberger, nicht am Start.

Nach ihrer Verletzung zurückkämpfen muss sich Ricarda Haaser, ein schwieriges Unterfangen mit hoher Startnummer.

Zöchling erklärt: "Da kann man schon gut drauf aufbauen, es war mit Startnummer 65 nicht leicht, aber sie hat es zumindest probiert und war bis zu zwei Drittel vom Steilen auf einem soliden Weg."

- Die Jungen sind noch nicht so weit

Apropos hohe Startnummer: Mit diesen sind auch die jüngeren ÖSV-Athletinnen auf dem schweren Hang in Sölden chancenlos gewesen.

Victoria Olivier (49.), Elena Riederer (55.), Valentina Rings-Wanner (57.), Leonie Raich (60.) und Natalie Falch (61.) verpassten das Finale klar.

ÖSV-RTL-Coach Martin Sprenger sagte im Vorfeld: "Die ganz Jungen sind schlichtweg noch nicht so weit."

Zöchling ergänzt nach dem Rennen: "Das sind Europacup-Athletinnen, das Ziel war, dass sie mal sehen, wo sie stehen. Ich hatte das Gefühl, dass sie zögerlich waren und nicht aktiv genug, darum haben sie dann auch eine Schleife bekommen."

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