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"War ein bisschen 'angschissen'" - Rädler trotzdem beste ÖSV-Dame

An Ariane Rädler scheint die Sturz-Orgie bei der abgebrochenen Abfahrt am Freitag nicht gänzlich vorübergegangen sein. Trotzdem ist sie im Super-G beste Österreicherin.

"War ein bisschen 'angschissen'" - Rädler trotzdem beste ÖSV-Dame Foto: © GEPA

Die abgebrochene Abfahrt der Frauen am Freitag in Crans-Montana scheint Spuren bei den Läuferinnen hinterlassen zu haben.

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Nach den teils wilden Stürzen von unter anderem Lindsey Vonn und Nina Ortlieb präsentiert sich der Super-G im Gegensatz zur Königsdisziplin etwas zahmer.

"Es ist einfacher gewesen, als ich nach der Besichtigung gedacht habe. [...] Ich habe das Gefühl bekommen, hab Gas geben können. Nach gestern war ich doch ein bisschen 'angschissen'. Darum war ich jetzt ein bisschen wütend und das habe ich versucht, in den Lauf zu bringen", erzählt Ariane Rädler nach ihrem Lauf im ORF-Interview.

Die ÖSV-Läuferin fährt auf Platz sieben (+0,61) und ist damit beste ÖSV-Läuferin.

Rädler ärgert sich über eine etwas verhaltene Herangehensweise im Zielhang. "Ich bin einfach viel zu rund gefahren, man hätte viel frecher fahren können. Das geht mir jetzt ab", sagt die Startnummer eins des Rennens. "Ich weiß, das Skifahren passt. Bei Olympia gibt es eh nur Vollgas, da ist dann nichts Taktisches."

Puchner: "Ich habe den Berg einmal bezwungen"

Mit Cornelia Hütter (+0,64) und Mirjam Puchner (+0,72) direkt hinter Rädler kommen drei Österreicherinnen in die Top Ten.

Puchner meint, sie habe vom Gefühl her attackiert. "Ich habe den Berg einmal bezwungen und kann mit einem bisschen besseren Gefühl heimreisen von Crans-Montana", betont die Salzburgerin.

Ortlieb, bei der nach dem Abflug am Freitag etwas die Wade zwickt, beendet das Rennen auf Rang 20. Julia Scheib, die teilweise Sektorbestzeiten im oberen Teil hinknallt, kommt bei ihrem Speed-Comeback als 21. ins Ziel.

Überraschungssiegerin Blanc: "Froh, Show gezeigt zu haben"

Der Sieg beim letzten Frauen-Rennen vor den Olympischen Spielen geht überraschend an eine Lokalmatadorin. Die Schweizerin Malorie Blanc fängt vor heimischem Publikum noch Sofia Goggia (ITA) ab und fährt ihren ersten Weltcupsieg ein. Es ist zugleich der erste Speed-Sieg der Schweizer Frauen in dieser Saison.

Der Sieg von Blanc ist für die Schweizer in doppeltem Sinn Balsam auf der Seele. Bei einem Großbrand in einer Bar in Crans-Montana waren in der Silvernacht 40 Menschen ums Leben gekommen und über 100 verletzt worden. Blanc ist im durch Verletzungen (u.a. von Lara Gut-Behrami) und Formkrisen geschwächten Frauen-Speed-Team nun das heißeste Eisen - dass die Walliserin ausgerechnet bei ihrem Heimrennen zuschlägt, war aber nicht unbedingt abzusehen.

"Ich bin so froh, dass ich diese Show gezeigt habe. Es ist wirklich ein Geschenk für die Leute, für ihre Unterstützung, und das bedeutet sehr viel für mich", strahlt die 22-jährige Siegerin mit der Sonnen um die Wette.

Das Rennen vor dem Heimpublikum habe ihr einen Push gegeben, führte Blanc aus. "Ich liebe diese Strecke, ich liebe die Leute hier."

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