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Vor 10 Jahren: Die "Horrorabfahrt" in Kitzbühel

2016 erlebte die Abfahrt auf der Streif den ersten Abbruch in ihrer Geschichte. Gleich drei Läufer stürzten nach dem Sprung über die Hausbergkante schwer. Ein Rückblick:

Vor 10 Jahren: Die "Horrorabfahrt" in Kitzbühel Foto: © GEPA

Der 23. Jänner 2016 ist ein besonderer Tag in der Geschichte der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel.

An diesem Tag vor zehn Jahren erlebte die Abfahrt auf der Streif bei der 76. Auflage den ersten Abbruch der Geschichte.

Starke Windböen sorgten zunächst dafür, dass der Start der Abfahrt zur Mausefalle hinunterverlegt und um eine Stunde nach hinten verschoben werden musste.

Die rund 50.000 Zuschauer hielten bereits bei Startnummer eins zum ersten Mal den Atem an. Otmar Striedinger stürzte nach einem Verschneider kurz vor der roten Linie ins Ziel, wobei sich sein Airbag öffnete.

"Glück im Unglück, ich bin fast als Rückenschwimmer ins Ziel", sagte der letztlich Zehntplatzierte und scherzte. "Der Airbag hat sich bezahlt gemacht. Ich habe gedacht, wenn der Schwarzenegger schon da ist..."

Es sollte der letzte Spaß an diesem Tag sein, denn was danach passierte, stellte vieles in Frage. Der Reihe nach stürzten Georg Streitberger sowie die Topfavoriten Hannes Reichelt und Aksel Lund Svindal in der Kompression vor der Einfahrt in die Traverse. Die Sicht war schlecht, zu schlecht für diese schlagige Piste.

Svindals Sturz im VIDEO:

Die beiden Österreicher wurden mit dem Hubschrauber abtransportiert. Streitberger erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Riss des Außenmenikus im rechten Knie. Reichelt zog sich eine Knochenprellung im linken Knie zu.

Fürchterlich sah der Sturz des damals im Gesamtweltcup führenden Norwegers Svindal aus, der sich mehrfach überschlug. Der 33-Jährige verließ sichtlich gezeichnet die Unfallstelle noch zu Fuß, wenig später wurde aber ein Kreuzbandriss sowie ein Riss im Meniskus diagnostiziert.

© GEPA
Aksel Lund Svindal war nach seinem Sturz gezeichnet

"Nach dem Sturz von Svindal habe ich Markus Waldner angerufen und habe gesagt, man soll abbrechen. Aber es wurde nicht abgebrochen", erzählte ÖSV-Präsident Schröcksnadel damals von seinem Gespräch mit dem FIS-Renndirektor.

Nach Startnummer 31 wurde das Rennen aus Sicherheitsgründen doch abgebrochen, aber für den Weltcup gewertet.

Der Abbruch sei auch zur Sicherheit der jüngeren und unerfahreneren Fahrer erfolgt, erklärte FIS-Renndirektor Markus Waldner bei der nachfolgenden Mannschaftsführersitzung. Zu den Stürzen stellte er klar, dass er nach dem Rennen den Streckenabschnitt Hausberg geprüft habe und die Piste dort in einem guten Zustand gewesen sei. Waldner: "Der Hausberg ist einfach eine Passage, in der selbst kleinste Fahrfehler zu einem Sturz führen."

Die Austria Presse Agentur schrieb damals von einer "Horrorabfahrt".

Gewonnen hat übrigens überraschend Peter Fill. Der Südtiroler setzte sich vor den beiden Schweizern Beat Feuz und Carlo Janka durch. Für Fill war es erst der zweite Weltcup-Sieg. Bester Österreicher war Vincent Kriechmayr auf Platz sieben.

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