Rang | Athlet | Alter |
|---|---|---|
1 | Marco Odermatt | 28 |
2 | Franjo von Allmen | 24 |
3 | Dominik Paris | 36 |
4 | Vincent Kriechmayr | 34 |
5 | Florian Schieder | 30 |
6 | Giovanni Franzoni | 24 |
7 | Nils Allegre | 32 |
8 | Alexis Monney | 26 |
9 | Ryan Cochran-Siegle | 33 |
10 | Nils Alphand | 29 |
"Grundsätzlich ist die Erfahrung in den Speed-Disziplinen immer wichtig, aber ja, das hat sich ein bisschen verschoben", sagt Marco Büchel, Ex-Rennfahrer und nunmehriger ZDF-Experte, im Gespräch mit LAOLA1. "Das hängt damit zusammen, weil die Abfahrten so konzipiert sind, dass Schwung auf Schwung stattfindet. Das heißt, du kannst alles auf Zug fahren."
Büchel erläutert anhand des Beispiels Kitzbühel: "Früher war die Traverse offen gesetzt, da gab es eine Linkskurve hinein in die Traverse und mit Mut konnte man, wenn man wollte, schneller fahren. Da war Erfahrung wichtig. Jetzt ist es so gesetzt, dass das Tempo sehr oft kontrolliert wird und dass auch ein Riesentorlauf-Fahrer ziemlich schnell sein kann in der Abfahrt."
Der neue Siegertypus in der Abfahrt
Während sich der Faktor Erfahrung auf vielen Strecken also nicht mehr entscheidend auswirkt, wird der Faktor Technik immer wichtiger.
"Viele Klassiker-Strecken haben viele technische Passagen im Profil. Meiner Meinung nach ist es von Vorteil, wenn du einen technisch gut ausgebildeten Abfahrer hast, der mutig ist", erklärt ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer.
Sowohl Marco Odermatt als auch Giovanni Franzoni oder der aktuell rekonvaleszente Cyprien Sarrazin verkörpern diesen neuen Siegertypus im Abfahrtssport.
Ich glaube, in Zukunft braucht es diese Riesenslalom-Technik, um im Abfahrtssport ganz vorne zu sein.
Odermatt sagt über Franzoni: "Er fährt einfach unglaublich gut Ski, kommt wie ich vom Riesenslalom. Ich glaube, in Zukunft braucht es diese Riesenslalom-Technik, um im Abfahrtssport ganz vorne zu sein."
Franzoni habe "den Ski immer unter dem Körper, er hat ständig den Zug, fährt unglaubliche Radien. Er ist ein guter Riesentorläufer", merkt auch Kriechmayr an.
"Ein guter Riesentorlauf-Schwung ist die Voraussetzung", findet Büchel. "Früher waren die Abfahrer Abfahrer, aber mittlerweile ist es so, dass du vom Riesentorlauf fast nahtlos auf die Abfahrt umsteigen kannst. Umgekehrt geht das nicht."
ÖSV setzt weiter auf beide Spezies
Beim ÖSV sieht man die Spezies des "klassischen" Abfahrers aber nicht vom Aussterben bedroht.
"Diese universell kompletten Skifahrer wie Odermatt oder früher Kjus, Aamodt und Svindal sind Ausnahmekönner. Odermatt ist sowohl bei den Gleitabfahrten als auch bei den technischen Abfahrten schnell. Aber es gibt auch die Vollblut-Abfahrer, die technisch vielleicht nicht so versiert sind, aber auch gewisse Strecken haben, wo sie gewinnen können."
Man werde daher auch in Zukunft auf beide Typen von Abfahrern setzen, sagt ÖSV-Alpin-Chef Christian Mitter.
"Wir müssen beide Wege offenhalten. Es gibt den über die Technik kommenden Weg, der immer wieder funktioniert. Aber wir dürfen auch den Weg nicht versperren für Leute, die Fähigkeiten mitbringen, die uns vielleicht ein bisschen abgehen – zum Beispiel Gleitkurven und längere Passagen. Wir schauen schon, dass wir den einen wie den anderen Weg zulassen. Oben kommen eh die besten zusammen und dann sollen sie sich matchen, wer der Beste ist."
Der Beste wird auch am Samstag auf der Streif gewinnen.