Nach Monobob-Enttäuschung: Beierl will im Zweier angreifen
Mit Anschieberin Christania Williams konnte sie im Training überzeugen.
Nach der Enttäuschung im Monobob greift Katrin Beierl ein letztes Mal bei Olympia an.
Mit Christania Williams will sie im Zweierbob am Freitag (18:00 Uhr/1. und 2. Lauf im Live-Ticker) und Samstag (19:00 Uhr/3. und 4. Lauf im Live-Ticker) "vier schnelle Starts und vier gute Fahrten" liefern. Auf ein Ergebnis-Ziel will sich die 32-jährige Niederösterreicherin nicht festlegen, Williams dagegen schon.
Williams will Double
"Sie hat ganz klar für sich das Ziel einer Medaille auserkoren", offenbarte Beierl im APA-Gespräch. Denn die im Vorjahr eingebürgerte Jamaikanerin strebt ein ganz seltenes olympisches Double an.
Erst acht Sportlerinnen bzw. Sportler haben sowohl bei Sommerspielen als auch im Winter eine Medaille gewonnen. Williams hat 2016 in Rio de Janeiro mit der jamaikanischen Sprint-Staffel Silber geholt, nun will sie auch im Eiskanal aufs Podest.
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Schneller Start
Dass sie am Start den nötigen Schwung mitgeben kann, zeigte die 31-jährige Niederösterreicherin im Mittwoch-Training. Beierl/Williams schafften einmal die zweitbeste Startzeit und blieben dabei nur eine Hundertstelsekunde über ihrer Rennbestleistung.
"Ich muss mich nur um meinen Teil kümmern", meinte Beierl zur starken Leistung ihrer Anschieberin.
Das soll besser gelingen als im Monobob, als sie nach zwei Durchgängen und dem aussichtslosen 17. Platz bei Halbzeit ausstieg, um sich für den Zweier zu schonen. "Ich bin einfach schlecht gefahren", sagte sie selbstkritisch.
Schwierige Vorbereitung
Es war wohl das Resultat der mental belastenden 18 Tage davor. Beierl hatte sich Mitte Jänner den Mittelfußknochen gebrochen, drei Tage nach der Operation mit dem Beintraining begonnen und täglich bis zu fünf, sechs Stunden daran gearbeitet.
Ihre dritte Teilnahme an Olympischen Spielen schien unrealistisch. "Eigentlich geht das nicht, aber die Ärzte haben gesagt, es geht doch", erzählte sie. Auch wenn sie der Fuß beim Fahren nicht beeinträchtigt habe, die ganze Konzentration habe schon darunter gelitten.
"Es ist schon schwierig, bei einem Olympia-Rennen zu performen, aber das waren dann schon sehr viele Sachen, die nicht normal waren", erklärte sie.
Gutes Training gibt Push
Nun fühlt sie sich bereit. Die Ergebnisse im Zweier waren in diesem Winter zwar nicht so gut wie im Monobob, aber "es waren grundsolide Top-Sechs-Ergebnisse dabei. Auf dem versuchen wir aufzubauen. In der Bahn gibt es noch ein paar Baustellen", sagte Beierl. Aber die Mittwoch-Trainings "waren äußerst zufriedenstellend, das gibt einen Push nach vorne".
Im zweiten österreichischen Bob gibt Pilotin Lea Haslwanter mit Victoria Festin ihr Olympia-Debüt. "Ich bin zufrieden, wenn ich alle vier Läufe fahren darf", erklärte die 26-Jährige. Dazu muss sie bei 25 Starterinnen nach dem dritten Lauf unter den schnellsten 20 sein.