Rodler als Medaillen-Lieferanten: "Haben gekämpft wie die Löwen"
Österreichs Team-Staffel rast zum Abschluss zu Silber. Vier Medaillen in fünf Bewerben sprechen für sich. Darum ist der ganz große Coup aber ausgeblieben.
von Daniela Kulovits
Österreichs Rodler haben bei den Olympischen Spielen einmal mehr abgeliefert.
Im fünften und letzten Bewerb rast die Team-Staffel rund um Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller und Selina Egle/Lara Kipp zu Silber hinter Deutschland.
Von Österreichs bis dato zwölf Medaillen in Mailand/Cortina gehen vier auf das Konto der Rodler.
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"Medaillen zu erwarten ist das eine, sie zu machen ist das andere", merkt Cheftrainer Christian Eigentler an. "Wir haben gekämpft wie die Löwen und haben vier Medaillen gewonnen und nicht eine verloren."
Damit spricht Eigentler die bei drei Mal Silber und ein Mal Bronze ausgebliebene Goldmedaille an.
"Wir haben bis jetzt in dieser Saison in allen Disziplinen, auch in der Team-Staffel, schon gewonnen. Aber Olympia ist ganz ein spezielles Rennen. Da muss an Tag X wirklich alles passen, jeder muss seine Top-Leistung abrufen, das Material-Setup muss auf den Punkt sein - dann reicht es für ganz vorne", gibt der Cheftrainer zu bedenken.
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Ein Wermutstropfen
Unterm Strich sei man mit den vier Medaillen "sehr zufrieden". "Ein bisschen schade ist nur, dass wir bei den Frauen nicht ganz mithalten konnten."
Für Lisa Schulte, die im Einzel nur Siebente wurde, gab es mit der Medaille in der Staffel doch noch ein Happy End. Steu/Kindl verlassen Cortina nun ebenso wie Müller mit zwei Silbermedaillen. Egle/Kipp haben am Mittwoch im Doppelsitzer zudem Bronze erobert.
Viermal Edelmetall im Rodeln hatte es für Österreich bei Winterspielen bisher nur 1992 in Albertville gegeben. Damals gab es allerdings lediglich drei Bewerbe - diesmal waren es dank des neu ins Programm aufgenommenen Frauen-Doppelsitzers erstmals fünf. In der Team-Staffel war es die dritte Medaille in Serie.
Und das, obwohl Österreichs Rodler auf der neuen Olympia-Bahn in Cortina nicht so gut wie erhofft zurechtgekommen sind.
"Wir waren zwar im Herbst beim Testevent hier, aber bei ganz anderen Eisbedingungen. Dann kommst du zu Olympia, mit einer guten Weltcupsaison im Rücken, und es geht nicht so leicht von der Hand. Wir mussten die Fahrlinie und das Material-Setup anpassen und da haben wir uns nicht ganz leicht getan", gibt Cheftrainer Eigentler zu.
"Die Deutschen waren einfach unschlagbar"
In der abschließenden Team-Staffel war gegen Deutschland kein Kraut gewachsen. Das favorisierte Team holte sich in der Besetzung Julia Taubitz, Tobias Wendl/Tobias Arlt, Max Langenhan und Dajana Eitberger/Magdalena Matschina bei der vierten Austragung zum vierten Mal Olympia-Gold in diesem Bewerb.
"Die halbe Sekunde finden wir heute nicht. Wir hatten alle gute Läufe, aber die Deutschen waren einfach unschlagbar. Das muss man anerkennen", sagt Wolfgang Kindl.
Das österreichische Team habe dennoch "eine gewaltige Leistung gezeigt": "Wir haben im Vorfeld gewusst, dass wir sicher Mitfavoriten auf eine Medaille sind, aber man muss sie trotzdem auch erst machen. Man hat bei den Letten gesehen, wie schnell es gehen kann, dass man nicht am Podest ist. Von dem her sind wir happy über die Medaille", sagt Kindl, der auch allgemein eine positive Bilanz zieht:
"Wir haben gezeigt, dass wir gemeinsam mit den Deutschen ganz vorne dabei sind."