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Karls nackter Gold-Jubel: "Habe das vom Hermann Maier"

Der Snowboard-Routinier lässt Österreich über die erste Goldene jubeln. Weshalb er im Zielraum auf einmal oberkörperfrei unterwegs war:

Karls nackter Gold-Jubel: "Habe das vom Hermann Maier" Foto: © GETTY

Benjamin Karl sorgte für das erste richtig große Olympia-Highlight für Österreich.

Im Parallel-Riesentorlauf der Snowboarder gewinnt der 40-Jährige GOLD - wie schon 2022 bei den Olympischen Spielen in Peking.

Was Hermann Maier mit Karls Jubel zu tun hat

Der Niederösterreicher jubelte nach seiner Gold-Fahrt ausgelassen im Zielraum und entledigte sich sogar seines Rennanzugs.

"Ich habe das vom Hermann Maier. Er hat sich mal den Rennanzug vom Leib gerissen, und ich habe mir oben am Start gedacht, ich mache das jetzt auch", erklärte Karl seine emotionale Geste im Zielraum, nachdem er sich am Oberkörper alles ausgezogen und eine Muskelpose des Triumphs gezeigt hatte.

Maier sei immer ein großes Vorbild von ihm gewesen. "Es waren meine ersten Olympischen Spiele, wo ich ins Finale gekommen bin und meine Emotionen unter Kontrolle gehabt habe. Ich habe nichts zu verlieren gehabt. Usain Bolt hat gesagt, 'never forget, I am the greatest'", sagte er scherzhaft und fügte hinzu: "Das ist die Krönung meiner Karriere".

Emotion pur! Gold und Silber - die Bilder der Boarder-Medaillen

"Wie geil war das?"

Auch für Payer freute er sich in der Stunde seines Triumphes, vor vier Jahren hatte mit Daniela Ulbing ebenfalls eine ÖSV-Athletin an seinem Goldtag Silber gewonnen.

"Sabine hat Ester Ledecka rausgehaut, wie geil war das? Wir wissen, dass sie schnell ist, das zeigt, dass sie auch stark im Kopf ist", sagte der Doppel-Olympiasieger.

Karl, der schon vor den Spielen über einen kompletten olympischen Medaillensatz verfügt hatte, rang im Finale den Südkoreaner Kim Sang-kyum um 0,19 Sekunden nieder, war zuvor noch zurückgelegen. Nach Silber 2010, Bronze 2014 und Gold 2022 triumphierte der fünffache Weltmeister neuerlich im Zeichen der Fünf Ringe.

Payer hat nicht mit Silber gerechnet

Payer ebnete sich im Viertelfinale den Weg zur Medaille: Sie besiegte die tschechische Favoritin Ester Ledecka um sechs Hundertstel und danach auch im Halbfinale die spätere Bronzegewinnerin Lucia Dalmasso aus Italien. Im großen Finale musste sich die 33-jährige Kärntnerin dann aber mit Zuzana Maderova Ledeckas Landsfrau nach mehreren Fehlern um 0,83 Sekunden geschlagen geben.

"Das ist jetzt mehr als schön. Ich war gut drauf, aber ich habe es nicht erwartet", erklärte Payer, die wegen ihrer Vorgeschichte eine sehr nervöse vergangene Woche hinter sich hat. "Ich war dermaßen nervös und habe Sorge gehabt, das mir was passiert."

Erst am Tag vor dem Rennen hatte sie sich etwas beruhigt. "Dann ist es leicht, dann muss ich nur mal Snowboarden", scherzte sie. In der Qualifikation sei sie noch etwas verhalten gefahren, nicht mehr dann gegen Ledecka. "Ich habe gewusst, da muss ich all-in gehen, wenn ich um eine Medaille mitfahren will, dass der aufgegangen ist, war mega."

Dem verlorenen Finale trauerte Payer nicht nach. "Ich habe 'derstrudelt' im großen Finale und ein bisserl einen Fehler gemacht. Sechs Läufe müssen sitzen, das ist gar nicht so einfach. Ich bin mehr als happy mit der Silbernen."

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