ÖSV-Adlerin nimmt Schuld auf sich: "Heute habe ich es vergeigt"
Österreichs Mixed-Team blieb auf der Normalschanze ohne Medaille. Julia Mühlbacher hatte den ersten Sprung verpatzt und übernahm Verantwortung.
Österreichs Skisprung-Mixed-Mannschaft in der Besetzung Lisa Eder, Jan Hörl, Julia Mühlbacher und Schluss-Springer Stephan Embacher ist am Dienstag bei den Olympischen Spielen in Predazzo ohne Medaille geblieben.
Das ÖOC-Quartett musste sich mit Platz fünf begnügen, Österreich blieb damit bei allen drei Bewerben von der Normalschanze ohne Medaille.
Gold holte Slowenien überlegen 30,9 Punkte vor Norwegen und 35,2 vor Japan. Österreich fehlten am Ende 6,2 Zähler auf Bronze.
Von der slowenischen Skisprung-Dynastie hat damit Domen Prevc als Letzter des Quartetts eine olympische Medaille gewonnen. Schwester Nika und die Brüder Peter und Cene haben ebenfalls Olympia-Edelmetall geholt.
Nika Vodan war schon 2022 damals noch als Nika Kriznar im slowenischen Mixed-Goldteam gestanden.
Wieder keine Medaille! Mixed-Team auf Normalschanze geschlagen >>>
Mühlbacher nimmt Schuld auf sich
Der Wettkampf begann mit einem soliden Sprung von Eder und einem guten Durchgang von Hörl erfolgreich. Das Team lag nach den ersten zwei Springern auf Rang zwei. Die dritte Österreicherin Julia Mühlbacher konnte daraufhin nicht mithalten.
Die Oberösterreicherin blieb im ersten Durchgang mit einem Sprung auf 89 Meter weit hinter den Erwartungen. Im Finale konnte sie sich deutlich steigern, haderte dennoch mit ihrem Wettkampf.
"So ehrlich muss man sein, heute habe ich es vergeigt. Gerade im ersten Durchgang. Das ist im Mixed sehr bitter, es tut mir echt leid für die anderen", so Mühlbacher im "ORF"-Interview.
Dazu ergänzte die 21-Jährige, die im Finale bei 94,5 Meter landete: "Wenn einer auslässt, ist das Feld so eng beieinander. Der zweite (Sprung, Anm.) war ein bisserl besser, aber wenn du im ersten so viel verlierst, holst du es im zweiten nicht mehr auf."
Embacher mit "soliden" Sprüngen
Österreichs Schluss-Springer Stephan Embacher sieht nach Sprüngen auf 100 und 102 Meter eine Steigerung in seiner Leistung.
"Es waren grundsolide Sprünge. Ich bin echt zufrieden mit den zwei Sprüngen, die habe ich die ganze Woche nicht gezeigt", resümierte der Siebte der Normalschanze nach dem Mixed-Bewerb.
Eder: "Kein Sprung, der richtig cool war"
Eder, die im Einzelbewerb als Vierte eine Medaille knapp verpasste, beschrieb ihren Tag als "mittelmäßig". Weiters sagte sie: "Es war kein Sprung dabei, der richtig cool war. Mir ist immer unten das Gas ausgegangen."
Die Tatsache, dass Slowenien mit den Prevc-Geschwistern, Vodan und Lanisek so stark war, überraschte sie etwas. "Mich wundert es, dass die Slowenen auf einmal so stark sind. Das sind einfach Teamspringer", erklärte die Salzburgerin.
Hörl sehr zufrieden
Sehr zufrieden mit seinen Sprüngen auf 102,5 und 103,5 Meter war Jan Hörl. Er hätte einen "richtigen Schritt gemacht" und seinen Job gut umgesetzt, so der 27-Jährige.
"Ich tue mir sehr schwer auf der Schanze, von dem her sind die Sprünge sehr gut gewesen", sagte der Zweite der Vierschanzentournee nach dem Bewerb. Zählen würden bei Olympia aber nur die ersten drei Plätze.
Dennoch freute er sich schon auf die Großschanze. "Ich schätze mich auf der Großen etwas besser ein", erklärte Hörl.
Somit blieben die Österreicher nach drei Bewerben weiter ohne Medaille und deutlich hinter den Erwartungen. Weiter geht es für die Männer am kommenden Samstag (ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker >>>). Die Frauen sind dann am Sonntag im Einsatz.