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"Davon träumst du als kleines Kind" - ÖSV-Adler jubeln über Gold

Jan Hörl und Stephan Embacher retten die Skisprung-Ehre der Österreicher im letzten Bewerb und sichern sich überlegen Gold.

"Davon träumst du als kleines Kind" - ÖSV-Adler jubeln über Gold Foto: © GETTY

Ein versöhnlicher Abschluss! Jan Hörl und Stephan Embacher holen bei der Olympia-Premiere des Super-Team-Bewerbs die erste Medaille für die Skispringer in Predazzo. Diese glänzt in Gold!

Nachdem die ÖSV-Adler im Einzel- und Mixed-Team-Bewerb enttäuschten, machen es die beiden im letzten Wettkampf umso besser. Sie gewinnen überlegen vor Polen (Pawel Wasek, Kacper Tomasiak) und Norwegen (Johann Andre Forfang, Kristoffer Eriksen Sundal).

Das Springen wurde, nachdem starker Schneefall und Wind eingesetzt hatte, nach zwei Durchgängen abgebrochen.

"Richtig, richtig geil. Unglaublicher Tag. Natürlich träumst als kleines Kind davon, dass du Olympiasieger bist. Dass das heute passiert, im Super Team mit dem Jan und so ein cooler Bewerb ist, das macht es umso schöne", jubelt Stephan Embacher.

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"Uns haben die Trainer mitgegeben, dass wir nichts mehr zu verlieren haben"

"Wir sind heute aufgestanden und haben so ein gutes Gefühl gehabt. Dass es uns so aufgeht, ist brutal geil", analysiert Hörl nach dem Sieg im "ORF"-Interview. Auch die Tatsache, dass die vorherigen Wettkämpfe nicht nach Plan verlaufen sind, haben die Springer nicht kalt gelassen. "Es war zäh", meint der 27-Jährige.

Zudem erklärt er, dass die Betreuer für die beiden eine klare Anweisung vor dem Springen hatten: "Uns haben die Trainer heute mitgegeben, dass wir nichts mehr zu verlieren haben, wir müssen jetzt nur wieder locker sein und befreit losspringen."

Österreichs Duo sei locker gewesen, obwohl die Anspannung schon hoch war, so der Salzburger. Vom ersten Sprung weg konnen die beiden ihre beste Leistung zeigen und die Führung von Sprung zu Sprung ausbauen. Zum Nachdenken oder Zweifeln wäre laut Hörl aufgrund des stressigen Ablaufs auch keine Zeit gewesen.

Windunterbrechung vor letzten Springern

Kurz vor Ende des Wettkampfs dreht das Wetter plötzlich. Es beginnt stark zu schneien, auch der Aufwind war zu stark. Vor Domen Prevc, der mit seinem Teamkollegen Anze Lanisek nicht über den fünften Platz hinauskommt, wird einige Minuten unterbrochen, ehe eine noch längere Pause nach den Deutschen folgt.

Auch für Embacher ist das eine unangenehme Situation, zumal er sich bereits auf der Schanze in Sprungvorbereitung befindet und es keine Schirme oder Sonstiges für die Athleten gibt.

"Verrückt, wie es abgelaufen ist. Eine ganz schwierige Situation", kommentiert Hörl die Situation. Auch für die Jury ist nach einiger Zeit klar, dass es nicht weitergehen kann. Das Springen wird nach zwei von drei Durchgängen abgebrochen. Laut dem Österreicher aber die richtige Entscheidung.

Embacher: "Die Füße sind mir schon abgestorben"

Embacher selbst sieht die Lage nicht so schlimm: "Ich habe es zuerst ganz cool gefunden, wie es ein bisserl angefangen hat (Anm. zu schneien), dann hat es ein bisserl übertrieben."

Er ergänzt:"Ich habe mich dann hingelegt, eine Decke drübergezogen und die Augen zugemacht. Es war jetzt nicht so schlimm, aber die Füße sind mir schon abgestorben", so der 20-Jährige, der mit 139 Metern sich auch über die Tageshöchstweite freuen darf.

Embacher krönt sich mit seiner ersten Goldmedaille zum zweitjüngsten Olympiasieger aus Österreich. Nur Thomas Morgenstern war noch jünger. Für Jan Hörl war es der zweite Sieg bei Olympischen Spielen, nachdem er 2022 in Peking mit dem Team gewonnen hat.

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