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ÖSV-Adler wollen bei Olympia 20-jährige Durststrecke beenden

Ein großer Favorit ist dennoch weiterhin Domen Prevc. Jan Hörl sieht ein besonderes Geheimnis im Erfolg des Slowenen.

ÖSV-Adler wollen bei Olympia 20-jährige Durststrecke beenden Foto: © GEPA

20 Jahre ist es her, dass Österreich bei Olympischen Spielen zuletzt eine Einzel-Goldmedaille im Skispringen geholt hat. Nun sind die ÖSV-Adler wieder in Topform.

Thomas Morgenstern krönte sich 2006 in Turin auf der Großschanze in einem wahren Krimi 0,1 Punkte vor seinem Teamkollegen Andreas Kofler zum Olympiasieger.

Embacher macht sich keinen Druck

Stephan Embacher, der als Tournee-Dritter Favorit auf eine Medaille ist, war zu diesem Zeitpunkt einen Monat alt. Nun könnte seine Sternstunde schlagen.

Er selbst will sich aber keinen Druck machen: "Die Erwartungen sind, dass ich bei den wichtigsten Sprüngen meine Top-Leistungen zeigen kann. Ich glaube, ergebnismäßig brauche ich mir keine Erwartung stellen, ich bin erst 20 Jahre alt", betont der Tiroler vor seinem ersten Wettkampf.

Dennoch sei er im Moment in einer Form, in der es überall funktioniere. Dem ist sich auch Tschofenig sicher: "Ich glaub, der Bambi (Anm. Embacher) hat immer wieder gezeigt, wie gut er springen kann heuer", betont er.

Olympia-Gold für Hörl schon verjährt

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Thomas Morgenstern war der letzte österreichische Skisprung-Olympiasieger in einem Einzelbewerb
Foto: ©GETTY

Erfolgreicher als im Einzelspringen war Österreich in den letzten Jahren im Teambewerb. 2022 sprangen Jan Hörl, Stefan Kraft, Manuel Fettner und Daniel Huber in Peking zur Goldmedaille.

Zwei dieser Olympiasieger sind auch dieses Jahr in Predazzo dabei. Auf dieser Medaille ausruhen wollen sie sich aber nicht.

Für Hörl ist dieser Erfolg schon verjährt. Den Druck nehme es trotzdem etwas. "Ich darf mich schon Olympiasieger nennen, aber das Ziel ist nach wie vor, dass ich Olympiasieger sein will und das werde ich anstreben", so der Salzburger.

Kein Vierer-Teambewerb im Predazzo

Einen Vierer-Teambewerb wird es zudem dieses Jahr nicht mehr geben. Dieser wurde zur Enttäuschung vieler auf einen Super-Teambewerb umgestellt.

Auch wenn für die ÖSV-Adler laut Daniel Tschofenig beides gut sei, hätte er es lieber altbewährt. "Persönlich finde ich das normale Team cooler, ich find das andere, das ist ein Duo. Ein Viererteam ist für mich wirklich ein Team, deshalb find ich es cooler, wenn vier Leute mitspringen können, du hast mehr Variablen, welche ausfallen können oder einer mehr Punkte verliert, es ist spannender", analysiert er.

Nach zweiten und vierten Plätzen soll Hörl bei Olympia Durchbruch gelingen

In dieser Saison war Hörl bereits einige Male Zweiter und Vierter. In Predazzo wäre der richtige Zeitpunkt für einen Sieg.

"Ziel ist eine Medaille. Ich habe in den Trainings schon bewiesen, dass ich das Zeug für ganz vorne habe, es sind mir teilweise noch ein paar Fehler passiert, aber ich glaube, dass jetzt der Schritt passiert", gibt er ehrgeizig zu verstehen. Vor allem die Weltcup-Pause in Willingen soll dazu beitragen.

Auch Teamkollege Tschofenig glaubt an seine Mannschaftskameraden und spricht von einem "extrem starken Team". Hörl erwähnt er bei seiner Einschätzung als "sowieso eins der absolut heißen Eisen".

Tschofenig wittert Chance auf Normalschanze im Mixed-Team

Der Kärntner hatte zuletzt eine Saison mit vielen Auf und Abs. Dennoch könne er, wenn alles stimmt, vorne mitkämpfen.

Teamkollege Stefan Kraft käme ebenfalls in Form: "Krafti scheint auch, als würde er seine sieben Zwetschken gerade zusammenbekommen und immer besser ins Fliegen kommen", sagt der 23-Jährige.

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Daniel Tschofenig glaubt an die Chance gegen die Slowenen
Foto: ©GEPA

Auch im Mixed-Teambewerb sehen die Österreicher eine Chance. 2022 sprangen Daniela Iraschko-Stolz, Manuel Fettner, Lisa Eder und Stefan Kraft auf den fünften Platz. Slowenien siegte mit unter anderem Peter Prevc. Nun soll die Revanche gelingen.

Tschofenig sieht gerade in der Tatsache, dass der Bewerb auf der Normalschanze stattfindet, einen Vorteil und die Chance, die überragenden Prevc-Geschwister zu schlagen.

"Domen und Nika springen zurzeit extrem gut. Für unser Glück ist es auf der Normalschanze, das kommt uns, glaube ich, definitiv entgegen, da können sie vielleicht ihre Fliegerfähigkeiten nicht ganz so ausspielen und für uns sind July (Anm. Mühlbacher) und Lisa (Anm. Mühlbacher) dort umso stärker", erklärt er.

Hörl sieht Windkanal als möglichen Prevc-Erfolgsgrund

Hörl sieht für den Erfolg seines Kontrahenten Prevc einen möglichen Grund. "Ich habe sehr viel gehört, dass Domen in Stockholm im Windkanal war. Sie haben jetzt in Planica den gleichen nochmal gebaut - von nichts kommt nichts", analysiert der 27-Jährige.

Er selbst habe zuletzt ebenfalls in Schweden die Trainingsmöglichkeit genutzt.

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