"Irrationale Wut" - Schweizer entschuldigt sich nach Quali-Aus
"Ich habe eine irrationale Wut entwickelt!" Niels Hintermann bereut seine Schimpftirade gegen die Trainer und akzeptiert das Olympia-Aus gegen Rogentin.
Die Würfel im Schweizer Team sind gefallen: Stefan Rogentin erhält den letzten Startplatz für die Olympia-Abfahrt am Samstag und setzt sich gegen Niels Hintermann durch.
Bereits vor dem zweiten Training hatte sich Hintermann für seinen Ausbruch am Mittwoch entschuldigt. Nach der Quali erklärt sich der Routinier nochmals.
"Es tut mir richtig leid“
Hintermann, der am Mittwoch noch gegen seine Trainer und Teamkollegen gewettert hatte, zeigt sich nach dem verlorenen Duell reumütig. "Das war eine blöde Aktion von mir, es tut mir richtig leid. Mir war anfänglich nicht bewusst, was ich mit meinen Worten angerichtet habe“, wird der 30-Jährige von "blick.ch" zitiert.
Den Anstoß zum Umdenken gab seine Ehefrau: "Doch dann hat mich meine Frau angerufen und gesagt, dass ich mir mal anschauen solle, was in den Medien wegen meiner Aussagen abgeht. Da ist unter den Kommentatoren ein regelrechter Krieg ausgebrochen.“ Der Zürcher hat sich mittlerweile persönlich bei Alexis Monney, dem Trainer-Team und der Verbandsspitze entschuldigt.
"Habe eine irrationale Wut entwickelt"
Seine Entschuldigung sei mit einem Lächeln angenommen worden. "Sie kennen mich zum Glück schon länger und wissen deshalb, dass ich ein besonders emotionaler Mensch bin", erzählt Hintermann schmunzelnd.
"Aus irgendeinem Grund ist mir am Dienstagnachmittag der ganze Quali-Scheiß irgendwie in den falschen Hals geraten, dadurch hat sich bei mir eine irrationale Wut entwickelt."
Die sportliche Entscheidung
Sportlich zieht Hintermann den Kürzeren, obwohl er im Ziel des zweiten Trainings 35 Hundertstel vor Rogentin liegt. Die Trainer hatten jedoch festgelegt, dass die vierte Zwischenzeit nach dem San-Pietro-Sprung über die Qualifikation entscheidet, um die Kräfte für das Rennen zu schonen. Dort liegt Rogentin fast acht Zehntel vorne.
Hintermann akzeptiert die Niederlage ohne Groll: "Rogi hat eine Weltklasse-Leistung abgeliefert, deshalb gibt es nichts zu kritisieren.“
Mit einem Einsatz in der Team-Kombi rechnet Hintermann nicht. Er will daher bereits am Wochenende abreisen.