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Gold für Scheib? "Ich habe geschaut, dass keine Hektik ausbricht"

Julia Scheib fährt die Saison ihres Lebens und geht als Topfavoritin in den Olympia-Riesentorlauf. Noch ist sie entspannt, das wird aber nicht so bleiben.

Gold für Scheib? "Ich habe geschaut, dass keine Hektik ausbricht" Foto: © GEPA

Es gibt wenige österreichische Athlet:innen, die als klare Gold-Favoriten zu den Olympischen Spielen anreisen.

Julia Scheib ist eine davon.

Die Steirerin hat in dieser Saison im Riesentorlauf den endgültigen Durchbruch geschafft. Scheib hat im Weltcup von acht Rennen vier gewonnen und wurde zwei Mal Zweite. Zwei Mal schied sie aus. Scheib selbst spricht von einer bisher "fast perfekten Saison".

Die logische Folge wäre eine Medaille. Zum Abholen gibt es diese am Sonntag (10:00 Uhr im LIVE-Ticker) aber nicht, dessen ist sich die ruhige und bescheidene Scheib bewusst.

"Ich weiß, was es braucht, um zu gewinnen. Ich weiß aber auch, wenn ich das nicht mache, geht es nicht. Ich muss meine Sachen beieinander haben, von alleine geht es nicht. Und es wird mir auch keiner schenken."

"Ich möchte mich nicht verrückt machen"

Die Favoritenrolle nimmt Scheib an, Druck will sie sich aber möglichst keinen auferlegen.

"Ich möchte mich da nicht verrückt machen, sondern einfach ordentlich Skifahren und nichts erzittern. Ich versuche das Rennen anzugehen wie jedes andere. Ich will jedes Rennen, bei dem ich am Start stehe, gewinnen", sagt die Riesentorlauf-Spezialistin selbstbewusst. "Ich hoffe, dass ich mich am Tag X dann auch meine Stärken verlassen kann."

Wenn ich ohne Medaille heim fahre, ist es für mich eine Riesenenttäuschung.

Julia Scheib

In der unmittelbaren Vorbereitung auf den Olympia-Riesentorlauf habe sie den Fokus aufs Gefühl gelegt, berichtet Scheib. "Ich habe geschaut, dass keine Hektik ausbricht."

Das ist bisher gut gelungen. Sie fühle sich noch entspannt, sagt die Gewinnerin von vier Weltcup-Rennen.

"Aber das wird natürlich noch kommen, da werde ich ordentlichen Druck verspüren. Ich kann es auch gar nicht einschätzen, wie ich dann reagieren werde. Ich hoffe, da gibt es keinen argen Schwenker", sei es doch etwas anderes als ein normales Weltcup-Rennen.

"Olympia war nie so präsent"

Es sind für Scheib nämlich die ersten Olympischen Spiele.

"Natürlich ist es was anderes, es ist was Großes, das spürt man schon. Es ist ein besonderes Event, das erlebt man nicht so oft im Leben und das schätze ich schon sehr. Die Vorfreude ist schon riesig", sagt die 27-Jährige.

Am Freitag spazierte Scheib nach ihrer Ankunft tags zuvor durch den Ortskern von Cortina, um Olympia-Luft zu schnuppern. "Ganz aus dem Häusl bin ich jetzt nicht", gibt die Steirerin mit einem Grinsen zu.

Ist Olympia für viele ihrer Sportler-Kolleg:innen ein Kindheitstraum, war es für Scheib nie das ganz große Ziel.

"Bei mir sind eher immer die nächsten Schritte im Kopf: Das erste Podium, der erste Weltcup-Sieg, und natürlich für mich das Größte, die Kugel. Da war Olympia eigentlich gar nie so präsent."

Eine Medaille ist natürlich trotzdem das Ziel. "Wenn ich da ohne Medaille heim fahre, ist es für mich eine Riesenenttäuschung", stellt Scheib klar. Sie ist schließlich die große Favoritin…

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