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Gold-Boost & Revanche-Gelüste: Doppelzimmer greift im Slalom an

Katharina Huber und Katharina Truppe teilen sich bei Olympia nicht nur das Zimmer, sondern auch große Ziele. Nach Hubers Gold will das Freundinnen-Duo im Slalom gemeinsam Geschichte schreiben.

Gold-Boost & Revanche-Gelüste: Doppelzimmer greift im Slalom an Foto: © GEPA

"Wir hätten eigentlich ein Einzelzimmer, aber wir liegen trotzdem wieder zusammen."

Wir, das sind Katharina Huber und Katharina Truppe.

Die beiden ÖSV-Athletinnen sind nicht nur Teamkolleginnen, sondern auch beste Freundinnen.

Am Mittwoch (10 Uhr im LIVE-Ticker) greift das Doppelzimmer im Olympia-Slalom an und will das gemeinsame Medaillen-Konto aufstocken. Aktuell steht es bei einer Goldmedaille von Huber in der Team-Kombination gemeinsam mit Ariane Rädler.

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Hubers erste Gratulantin war Truppe, die noch vor Rädler als Erste in den Zielraum stürmte, um ihre Zimmerkollegin euphorisch zu umarmen.

"Das Schöne an unserer Freundschaft ist..."

"Ich habe so gefeiert, als ob ich gewonnen hätte", grinst Truppe. "Ich habe mich wirklich riesig gefreut, weil Kathi schon viel durchgemacht hat. Wir haben beide schon viel erlebt. Es zeigt einfach, dass man immer dranbleiben muss und dass Leute, die nicht zu den Favoriten zählen, gerade bei Olympia zuschlagen können."

Die Kärntnerin richtet nach Hubers größtem Karriereerfolg auch auf Instagram emotionale Worte an die Niederösterreicherin, die diese auch Tage danach bei einem Medientermin in Cortina noch zu Tränen rührten.

"Das Schöne an unserer Freundschaft ist, dass wir es uns beide von Herzen gönnen. Wenn ich an ihr Posting denke, kommen mir immer noch die Tränen, das war einfach herzzerreißend für mich", erklärt Huber mit feuchten Augen. "Ich durfte schon sehr oft bei Kathi mitfeiern und ich habe es einfach schön gefunden, wie sie sich für mich gefreut hat. Ich wünsche es ihr von Herzen, dass sie auch mit einer Medaille heimfährt."

Truppe: "Es war richtig hart für mich"

Zum Kreis der Medaillen-Kandidatinnen gehört Truppe auf der Tofana auf jeden Fall. Die 30-jährige Kärntnerin fährt im Slalom die beste Saison ihrer Karriere, hat sechs Plätze in den Top sechs und einen Stockerlplatz in Flachau zu Buche stehen.

Der fünfte Platz in der Team-Kombination gemeinsam mit Cornelia Hütter "hat lange an mir genagt", gibt Truppe zu. "Es war richtig hart für mich."

"Ich war einfach so enttäuscht von mir selbst, dass ich den Fehler gemacht habe und es nicht auf den Punkt gebracht habe. Es wäre eine Medaille drin gewesen", weiß die WM-Bronzene in der Team-Kombination von Saalbach.

Mit Hilfe ihrer Mentaltrainerin hat sich Truppe in den vergangenen Tagen wieder aufgebaut. Ihr wahrscheinlich letztes Antreten bei Olympischen Spielen will die 30-Jährige anlegen wie ein Weltcup-Rennen.

"Schneller Schwung, ein bisschen Glück und eine gewisse Lockerheit – dann schauen wir, was rauskommt", sagt Truppe.

Huber: "Alles, was noch kommt, ist Draufgabe"

Locker kann auch Huber in den Spezial-Slalom gehen. Die Gold-Medaille mache vieles leichter: "Ich kann befreit drauflosfahren. Alles, was jetzt noch kommt, ist absolute Draufgabe."

Dennoch will sie ihr Potenzial voll abrufen. Der Olympiasieg gab der 30-Jährigen, die noch auf ihren ersten Weltcup-Sieg wartet, einen Boost an Selbstvertrauen.

"Mir wurde oft gesagt, dass ich eine gute Skifahrerin bin. Schwarz auf weiß habe ich es aber noch nicht stehen gehabt – und vielleicht auch nicht mehr den hundertprozentigen Glauben. Die Goldene hat mir brutalen Auftrieb und Kraft gegeben, dass es doch passieren kann, wenn ich selber an mich glaube."

Sie habe schon im Training in den letzten Tagen gemerkt, dass sich vieles selbstverständlicher anfühlt. "Man traut sich die Linie einfach mehr zu und über die Linie wird der Schwung schnell. Das Entscheidende ist, dass man es sich zutraut."

Zutrauen kann man sowohl Truppe als auch der schon vergoldeten Huber eine Medaille im Slalom.

Ein Mal standen die beiden sogar schon gemeinsam am Podium. "Letztes Jahr bei den Österreichischen Meisterschaften haben wir es geschafft, dass wir ex aequo sind", erzählt Huber mit einem Grinser, "also warum nicht auch bei Olympia."

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