"Überglücklicher" Lamparter freut sich über erste Medaille
Bei sehr harten Bedingungen beweist der Tiroler Stehvermögen und zeigt sich über seine Medaille sehr zufrieden.
Bei den Olympischen Spielen in Peking wurde der Nordische Kombinierer Johannes Lamparter zwei mal Vierter und einmal Sechster. Danach zeigte er sich sehr enttäuscht.
Umso größer war die Erwartungshaltung vor diesen Winterspielen. Als Gesamtweltcupführender wurde eine Medaille klar als Ziel ausgelegt. Und gleich im ersten Bewerb sollte es funktionieren.
Lamparte hat gezweifelt
Beim Einzel von der Normalschanze sichert sich der Tiroler hinter dem Norweger Jens Luraas Oftebro die Silbermedaille. Am Ende fehlt ihm nur eine Sekunde, dennoch bedeutet ihm die Medaille "unglaublich viel" (Zum Rennbericht>>>).
"Es waren sicher nicht die leichtesten Verhältnisse für mich. Die letzten Tage habe ich sehr daran gezweifelt, ob ich bei solchen Bedingungen eine Chance hab. Ich bin überglücklich über die Silbermedaille, jetzt hab ich eine Olympia-Medaille auch mal abgehakt", sagt der sichtlich berührte Lamparter im "ORF"-Interview.
"Hab Sterndln gesehen"
Aufgrund von warmen Temperaturen in den letzten Tagen war die Loipe sehr aufgeweicht. Dadurch entwickelte sich das Rennen mit einer Laufzeit von fast 30 Minuten zu einem echten Marathon.
Bis zur Schlussrunde bestand die Spitzengruppe aus sieben Athleten, wobei sich Lamparter zumeist am Ende dieser Gruppe aufhielt. Doch der 24-Jährige sparte sich die Kräfte bis zum Schluss auf, als er mit Oftebro davonzog.
Der Rumer wusste genau, wann es drauf ankommt: "Ich wusste, dass es in der letzten Runde um alles geht. Das hab ich davor schon im Auge gehabt. Dann hab ich alle meine letzten Kräfte ausgeschöpft und viele Sterndln gesehen, aber richtig toll."
Oftebro wäre schlagbar gewesen
Obwohl Lamparter gemeinsam mit Oftebro davonzog, gelang es ihm im Finale nicht ganz in den Zielsprint zu kommen.
"Er war sehr stark. Ich glaub schon, dass er heute schlagbar gewesen wäre, aber er ist ein verdienter Olympiasieger und ich bin sehr zufrieden mit Silber", sagt Lamparter.
Rettenegger blickt als Vierter nach vorne
Nicht ganz für eine Medaille reichte es für Stefan Rettenegger. Der Salzburger musste am letzten Anstieg abreißen lassen und wurde schlussendlich Vierter.
"Es war unvorstellbar zach, in den Stiegen war es so tief. Es hat sich lange sehr gut angefühlt, aber wenn man dann probiert, schneller zu werden, gräbt man sich ein. Dann tut es ganz schnell bum und dann ist es noch lange ins Ziel", sagt Rettenegger etwas enttäuscht.
Der 24-Jährige, der noch auf seinen ersten Weltcupsieg wartet, blickt jedoch hoffnungsvoll auf die nächsten Rennen: "So ganz aufgehen will es mir nicht, aber jetzt kommt die coolere Schanze, die mir vielleicht ein bisschen besser liegt. Ich blicke positiv in die zweite Woche."