Hintergrund

Am Geburtstag wird scharf geschossen!

Mein Olympia-Ausflug zum Biathlon wird zum Triathlon - und plötzlich sitzt mir der König gegenüber.

Am Geburtstag wird scharf geschossen!

Ich bin mittlerweile in einem Alter, wo man sich zum Geburtstag durchaus selbst beschenken darf.

Also bin ich heute um 9:30 Uhr in der Nähe von Cortina in einen der Olympia-Shuttlebusse gestiegen. Das Ziel: Antholz.

Einen olympischen Biathlon-Bewerb live sehen, zum ersten Mal – wann, wenn nicht am Geburtstag.

Biathlon Gaudi 

Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt von Cortina nach Antholz, durch eine verschneite, nebelverhangene Landschaft, vorbei am Monte Cristallo und den drei Zinnen. Am Handy läuft im Live-Stream der Super-G der Männer.

Je näher wir Antholz kommen, umso dichter wird der Verkehr, es staut. Auf dem Weg deutet nur wenig darauf hin, dass man sich in einer Olympia-Region befindet.

Erst kurz vor dem Ziel säumen Banner im Olympia-Stil die Straße. Links und rechts auf den Gehwegen tummeln sich immer mehr Menschen, die in eine Richtung strömen.

Dann: Die Olympischen Ringe in Übergroße, ein großes Tor mit der Überschrift "Biathlon Gaudi" - Hier bin ich richtig.

Der König!

Der Shuttle bringt mich direkt zum Eingang für Journalist:innen, wo die Akkreditierung und der Inhalt des Rucksacks kontrolliert werden. Sicher ist sicher.

Nach dem Metalldetektor wartet gleich der nächste Bus, er bringt mich und die anderen Medienmenschen direkt bis vor die Haustür des Biathlon-Stadions. Das Gebäude ist größer, als ich erwartet habe.

Der erste Weg führt mich ins Pressezentrum. Es ist knapp zwei Stunden vor Beginn des Einzel-Bewerbs der Frauen bereits rappelvoll. Zum Glück erhasche ich noch einen Platz in der Norweger-Ecke. Plötzlich sitzt mir Ole Einar Björndalen gegenüber - der Biathlon-König himself.

Die Wand 

Um dorthin zu gelangen, wo sich die Action abspielt, muss man durch ein Labyrinth an Gängen. Am Ende noch eine schmale Wendeltreppe hinauf. Oben angekommen erschlägt mich der Anblick fast.

Vor mir baut sich eine Wand aka Tribüne voller Fans auf. Es sind über zehntausend, hauptsächlich Deutsche, Italiener und Tschechen. Die entlang der Loipe noch gar nicht mitgezählt.

Wir Journalist:innen dürfen noch weiter ins Innere dieses Biathlon-Tempels, direkt an die Schnittstelle zwischen Schießstand und Loipe. Der Anblick ist beeindruckend. Die Kulisse mit der majestätischen Bergwelt der Dolomiten ringsum imposant.

Ein Triathlon

Der Bewerb startet. Reizüberflutung. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll: Loipe, Schießstand, Videowall – es ist ein Triathlon. Da wird mein Schleudertrauma vom Autounfall drei Tage zuvor gleich wieder akut.

Nach und nach gewöhne ich mich an das Tempo, in dem alles rund um mich herum passiert. Der Schießstand fesselt mich.

Leider trifft Österreichs größte Hoffnung, Lisa Hauser, beim letzten Anschlag nur zwei von fünf Scheiben. Das war’s mit der Medaille. Schade!

Das will trotzdem niedergeschrieben werden. Also schnell in die Mixed Zone, um mit den Sportlerinnen zu sprechen, und dann zurück nach Cortina.

Stau, schon wieder. Tut’s weiter, ich will mir noch ein Stück Geburtstagskuchen gönnen…

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