NEWS

Zum Handeln gezwungen: FIS-Führung muss Millionen-Defizit abbauen

Die besorgniserregenden Finanzzahlen beschäftigen aktuell die neue Führung. Neo-Präsident Ospelt spricht von einer "kritischen Phase".

Zum Handeln gezwungen: FIS-Führung muss Millionen-Defizit abbauen Foto: © GEPA
Kommentare

Die Bilanzen des Internationalen Ski- und Snowboard-Verbandes (FIS) weisen aktuell ein strukturelles Millionendefizit aus.

Der Verband ist laut den beim Council-Meeting in Genf präsentierten Zahlen zwar weiterhin schuldenfrei und zahlungsfähig, das Eigenkapital sank im Zeitraum von 2021 bis 2025 unter Ex-Präsident Johan Eliasch aber um fast 50 Prozent von 81 auf 43 Millionen Franken.

Diese alarmierenden Zahlen veranlassten Neo-FIS-Chef Alexander Ospelt zum sofortigen Einlenken. "Die FIS befindet sich in einer kritischen Phase, die sofortiges und entschlossenes Handeln erfordert.

Der FIS-Council billigte alle erforderlichen strukturellen und finanziellen Maßnahmen, die nun gemeinsam mit den nationalen Skiverbänden und anderen Partnern ausgearbeitet und umgesetzt werden", sagte Ospelt am Donnerstag und nannte als Ziele die Wiederherstellung der Finanzdisziplin und den Wiederaufbau finanzieller Nachhaltigkeit.

"Besorgniserregende Zahlen"

ÖSV-Generalsekretär Jan Überall bezeichnete die aktuelle Finanzlage aufgrund von Entscheidungen der früheren Führung als "durchaus besorgniserregend". Man habe seit 2024 auf die Entwicklungen hingewiesen, ergänzte der Tiroler.

Insbesondere das deutlich gesunkene Eigenkapital mache einen raschen Kurswechsel nötig, sagte der seit Anfang September amtierende Überall.

Die neue FIS-Führung habe den Eindruck vermittelt, transparent zu agieren und den Ernst der Lage erkannt zu haben. "Nun geht es vor allem darum, Lösungen aufzuzeigen und richtige Entscheidungen zu treffen, um gemeinsam mit den nationalen Verbänden den Turnaround zu schaffen und die FIS wieder nachhaltig auf Kurs zu bringen."

Für DSV-Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach sind die FIS-Finanzen "erschreckend". Er sprach von einem hinterlassenen "Scherbenhaufen", der auch die nationalen Verbände fordern würde. "Da reicht die kleine Kehrschaufel nicht, da brauchen wir schon die große Schneeschaufel und da müssen alle anpacken", sagte Schwarzbach zum Bayrischen Rundfunk.

Er ergänzte: "Wenn die FIS jetzt nicht den Turnaround schafft und nicht sofort entsprechende Gegenmaßnahmen einleitet, wären spätestens in der Saison 2028/29 die Reserven aufgebraucht."

Ospelt will gegensteuern, WM-Pläne zumindest für 2028 verworfen

Der im Juni bei der Präsidentenwahl hauchdünn gegen Eliasch siegreiche Ospelt will unter anderem mit deutlich reduzierten Personal- und Verwaltungskosten gegensteuern. Strategische Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre sollen ausgebügelt oder rückgängig gemacht werden.

Mehr Einnahmen will Ospelt künftig durch jährliche Weltmeisterschaften lukrieren. Seine diesbezüglichen Pläne stoßen aber unter anderem beim ÖSV auf Ablehnung. Auch Topathleten wie die Schweizer Marco Odermatt und Franjo von Allmen äußerten sich ablehnend.

Ski-Ass mit klarer Meinung zu FIS-Plänen: "Finde ich scheiße" >>>

Kurzfristig kommen wird eine zusätzliche WM nun aber ohnehin nicht. Der FIS-Council entschied sich nämlich dazu, die Idee einer WM 2028 zu verwerfen. An dem Konzept eines zusätzlichen Großereignisses ab 2032 halte man aber fest, wurde bekräftigt.

Wildcard für Hirscher liegt bereit

Beschlossen wurde bei der Tagung auch, dass der für die Niederlande antretende Marcel Hirscher bei seinem möglichen Weltcup-Comeback eine Wildcard erhalten würde.

Der Salzburger könnte demnach mit der Startnummer 31 an den Start gehen.

Die besten Urlaubsbilder 2026 der Ski-Stars

Kommentare