Warum Embacher nicht mit Premierensieg in Vikersund gerechnet hat
Der dreifache Junioren-Weltmeister hat beim Skifliegen erstmals im Weltcup triumphiert. Dass es dazu kommen würde, hätte er in der Früh nicht gedacht.
Manchmal sind es die unerwartetsten Momente, die einem am stärksten in Erinnerung bleiben.
Im Falle von Stephan Embacher könnte dies durchaus zutreffen. Österreichs Skisprung-Jungstar hat auf der Skiflug-Schanze in Vikersund seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Bericht >>>
Darüber hält sich die Überraschung noch in Grenzen, der dreifache Junioren-Weltmeister schrammte in dieser Saison als Halbzeit-Führender am Bergisel und am Kulm bereits zwei Mal hauchdünn am Premierenerfolg vorbei.
Tiroler ging geschwächt in den Bewerb
Doch aller guten Dinge sind drei - und das, obwohl der 20-Jährige geschwächt in den Wettkampf ging. Der Magen machte dem Team-Olympiasieger zu schaffen, Energiehaushalt war angesagt. Im Bewerb wurde dies nicht sichtbar.
"Es ist unglaublich. Als ich in der Früh aufgewacht bin, habe ich nicht daran gedacht. Dass alle drei Sprünge aufgehen, hätte ich nicht erwartet", meinte Embacher im ORF-Interview.
Regeneration zwischen den Durchgängen
Als vorletzter Springer des ersten Durchgangs landete der Tiroler bei 232 Metern und setzte sich auf Platz eins.
Der Überflieger der Saison, Domen Prevc, konnte nicht kontern. Dem Slowenen fehlten 13,4 Zähler auf den Österreicher, dazwischen reihte sich Johann Andre Forfang ein.
"Nach dem zweiten Sprung spüre ich schon, dass die Energie in den Haxn ausgeht", sagte er. Daher stand in der Pause zwischen den Durchgängen Regeneration ganz oben.
Embacher nun der Gejagte
Und es sollte sich ausgehen.
Prevc konnte im zweiten Durchgang nicht attackieren, der Gesamtweltcupsieger setzte bei 218,5 Metern auf und ärgerte sich. Auch Forfang scheiterte am Japaner Tomofumi Naito, der bei der Wind-Farce in Oslo seinen ersten Weltcup-Sieg erobert hatte.
Embacher zeigte bei wechselndem Wind keine Nerven, flog auf 225 Meter und gewann 12,3 Punkte vor Naito. Am Sonntag (17:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>) geht er als Gejagter in den zweiten Wettkampf auf dem Monsterbakken.
15 Zähler liegt er im Skiflug-Weltcup nun vor Prevc. "Es wird spannend, morgen als Letzter oben zu sitzen. Die Gesamtwertung auf dem Niveau anzuführen, ist etwas ganz Besonderes", sagte Embacher.