Odermatt-Code! Julia Scheib schaut beim Topstar genau hin
Was schaut sich die Steirerin beim Dominator ab? Julia Scheib über den "Odermatt-Stil“ und warum sie nicht mehr voll ans Limit geht.
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Julia Scheib überlässt am Weg an die Weltspitze nichts dem Zufall.
Die Steirerin orientiert sich bei der Suche nach der perfekten Linie an keinem Geringeren als Marco Odermatt. Neben technischen Kniffen sorgt auch ein neues Management für professionelle Impulse im Umfeld der Riesenslalom-Spezialistin.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Scheib analysiert akribisch die Fahrweise der Weltbesten und blickt dabei bewusst über den Tellerrand zu den Herren.
Blick zu den Besten der Welt
Obwohl die physischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Skisport unbestreitbar sind, sieht Scheib im technischen Bereich großes Potenzial für Adaptionen. "Eins zu eins kann man es natürlich nicht übernehmen, da die Männer ganz andere körperliche Voraussetzungen haben“, erklärt sie bei Sport & Talk aus dem Hangar-7.
Für die 25-Jährige ist klar: "Skifahren ist extrem technisch - und da gibt es immer wieder Dinge, die man sich abschauen kann.“ Besonders die aggressive und dennoch kontrollierte Fahrweise des Schweizers hat es ihr angetan.
Der "Odermatt-Stil" als Vorbild
Im Zentrum der Beobachtungen steht dabei Marco Odermatt, der den Riesenslalom in den letzten Jahren regelrecht revolutioniert. Scheib analysiert genau, wie der Schweizer seine Schwünge ansetzt und welche Position er dabei einnimmt.
"Bei 'Odi' gibt es sicher ein paar Sachen – wie er extrem schnell über den Innenski fährt, generell seine Position“, beschreibt Scheib die technischen Details.
Diese Ansätze integriert sie aktiv in ihre Einheiten auf dem Schnee: "Das probieren wir im Training umzusetzen. Ich denke, dass wir dadurch schon einige gute Schritte nach vorne gemacht haben.“
Professionelles Umfeld und mentale Reife
Nicht nur auf der Piste gibt es Parallelen zum Ausnahmekönner aus der Schweiz. Seit dem Sommer vertraut Scheib auf das Management von Michael Schiendorfer, der auch Odermatt betreut.
Für die Österreicherin ist diese Professionalisierung im Hintergrund ein entscheidender Faktor, um am Renntag den Kopf frei zu haben: "In diesem Business ist es wichtig, Dinge zu kombinieren und es dem Athleten einfach zu machen. Wenn man mit Profis arbeitet, lässt sich alles angenehmer und leichter gestalten.“
Zusätzlich zur technischen Weiterentwicklung macht Scheib einen großen Schritt in ihrer mentalen Herangehensweise. Während sie früher oft mit vollem Risiko agiert, setzt sie nun auf kontrollierte Qualität.
"Ich hatte schon immer das Gefühl, es braucht mehr, um an der Weltspitze mitzufahren“, gesteht sie rückblickend. Mittlerweile ist die Erkenntnis gereift, dass man eher mit 80 Prozent und einer sauberen Technik gewinnt als durch Fahrten ständig über dem Limit."
Scheib: "Kann es noch besser machen"
Trotz der Top-Saison und dem Kugelgewinn sieht die Steirerin noch Luft nach oben: "Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich es noch besser machen kann. Es waren auch heuer einige Rennen dabei, wo ich ein gutes Ergebnis eingefahren bin und wo wir auch feiern haben dürfen, aber wo ich trotzdem das Gefühl gehabt habe, es würde noch besser gehen. Und das ist schon noch eine Motivation.“
Dieser Mix aus technischer Raffinesse und neuer Lockerheit sorgt für optimistische Ausblicke auf die kommenden Aufgaben im Weltcup.