Colturi ist außerdem Teil des Athleten-Programms von Red Bull, zu dem unter anderem Stars wie Marco Odermatt gehören.
Schon als 13, 14-Jährige stach sie Förderer Robert Trenkwalder angeblich ins Auge. "Robert war der Erste, der an uns geglaubt hat, an unser verrücktes Projekt", erzählt Ceccarelli. Das RB-Projekt biete "viele Möglichkeiten für einen großen Traum".
Trenkwalder bezeichnet Colturi als wissbegierig und kritikfähig und sagt: "Ich glaube an sie, sie hat eine unglaubliche Technik und eine gute Trainerin. Wie sie sich entwickelt, wie sie aus Fehlern lernt. Man kann mit ihr sprechen und sie hört zu. Man muss sich vorstellen, wie viel sie noch lernen kann. Die ist letzte Woche 18 Jahre alt geworden und hat ein Jahr Verletzung hinter sich."
Colturi erlitt im Februar 2023 bei der WM in Courchevel/Meribel beim Aufwärmen vor dem ersten Abfahrtstraining einen Kreuzbandriss. Im Oktober desselben Jahres stand die Junioren-Weltmeisterin von St. Anton beim Weltcup-Auftakt in Sölden bereits wieder am Start.
Im Training fast so schnell wie Braathen und Kristoffersen
In 40 Rennen seit ihrem Weltcup-Debüt 2022 war bisher ein neunter Platz ihr bestes Ergebnis. Der Start in die laufende Saison verlief mit Platz 16 im Riesentorlauf in Sölden und einem Ausfall zuletzt in Levi durchwachsen.
Vor Gurgl trainierte Colturi in Sölden an der Seite von Lucas Braathen und Henrik Kristoffersen.
"Sie war sehr nah an den Männern dran. Die Trainer von Braathen und Kristoffersen haben dann zu uns gesagt: Sie ist bereit, aufs Podest zu fahren", erzählt Ceccarelli.
Nationen-Wechsel sorgte für Wirbel
Colturi wurde in ihrer Heimat Italien bereits als die große Ski-Hoffnung für die Zukunft gehandelt.
Die Vorstellungen bezüglich der Karriereplanung gingen zwischen der jungen Italienerin und ihrer Familie und dem italienischen Ski-Verband (FISI) jedoch so weit auseinander, dass es zum Zerwürfnis kam.
Als Konsequenz kehrte Colturi im Alter von 15 Jahren dem italienischen Ski-Verband den Rücken und vollzog den Nationenwechsel zu Albanien. Dort arbeitete ihre Mutter einst als Trainerin und kam so zur Doppel-Staatsbürgerschaft, die jetzt auch ihre Tochter hat.
"Sie hat ein System mit der Familie - Vater, Mutter, die ganze Familie lebt den Skisport seit kleinauf. Sie braucht dieses Umfeld, diese Entwicklung. Alles im Leben hat Vor- und Nachteile, für manche ist es im Team super, für sie ist es so das Beste. Deswegen hat sie wahrscheinlich auch den Nationenwechsel gemacht", sagt Trenkwalder.
Der Erfolg gibt Colturi und ihrem Team recht.