ÖSV verteidigt 2. Übersee-Reise: "Wenns die Schweizer machen..."
Vincent Kriechmayr und Co. sind trotz hoher Kosten ein zweites Mal zum Training nach Chile geflogen. Für ÖSV-Sportdirektor Stecher war das "alternativlos".
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von Daniela Kulovits
Der Hitze-Sommer in Europa hat Österreichs Ski-Team in der Saisonvorbereitung zum Umplanen gezwungen.
Nach dem ersten Trainings-Block in Südamerika im August kehrten die Teams in die Heimat zurück. Weil in der Folge ein Schnee-Training in der Schweiz nicht wie geplant möglich war, jettete das ÖSV-Abfahrts-Trio Vincent Kriechmayr, Daniel Hemetsberger und Stefan Eichberger Anfang Oktober kurzerhand nochmal nach Übersee.
Eine Reise, die kritisch beäugt wurde, schließlich mussten auch Tonnen an Material sehr kostspielig wieder um die halbe Welt transportiert werden. Das Schweizer Team hingegen lagerte seine Ausrüstung in einer Cargo-Halle in Chile ein, verzichtete dann aber auf eine erneute Südamerika-Reise.
Stecher: "Es war alternativlos"
ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher verteidigt den zweiten Trainings-Block der österreichischen Abfahrer in Chile gegenüber LAOLA1:
"Es war von unserer Seite aus alternativlos", so Stecher. "Wenn man sieht, wie unsere Gletscher nach wie vor beinander sind, kann man da im Moment maximal Slalom oder Riesentorlauf trainieren. Es war also absolut der richtige Schritt."
Außerdem habe man in Übersee die Möglichkeit bekommen, mit anderen Nationen zu trainieren. Ein wichtiger Vergleich im Hinblick auf den Saisonstart. "Also hat es sich für uns sicher gelohnt", sagt Stecher.
Feller: "Wenns die Schweizer machen würden..."
Auch ÖSV-Technik-Ass Manuel Feller verteidigt seine Speed-Kollegen.
"Ich finde es nicht gut, dass das so kritisiert wird. Wenns die Schweizer machen würden, würde es heißen: Logisch brennen uns die her, die investieren ja doppelt so viel, die fliegen da zwei Mal hin."
Die zweite Übersee-Reise sei vom ÖSV gut durchdacht. "Ein Vincent Kriechmayr macht keinen einzigen Schritt, den er nicht durchdacht hat", merkt Feller an.
Ob sich das zusätzliche Training in Chile für Österreichs Abfahrer ausgezahlt hat, wird sich spätestens Ende November weisen. Dann startet die Speed-Saison in Copper Mountain.