NEWS

Der Olympiasieger und seine letzte Chance auf Olympia

Johannes Strolz' kometenhafter Aufstieg 2022 blieb ein Ausreißer, seither sucht er nach seiner Form. Kitzbühel wird zur letzten Chance.

Der Olympiasieger und seine letzte Chance auf Olympia Foto: © GEPA

Vor vier Jahren schrieb Johannes Strolz das Wintermärchen schlechthin.

Der Vorarlberger flog damals aus dem ÖSV-Kader, stand kurz davor, seine Ski-Karriere zu beenden. Auf eigene Kosten und als sein eigener Servicemann schlug sich Strolz durch – und just im Rennen der letzten Chance zu.

Mit Startnummer 38 fuhr Strolz im Slalom in Adelboden sensationell zu seinem ersten Weltcupsieg und sprang damit noch auf den Olympia-Zug auf. Bei den Winterspielen in Peking gewann er Gold in der Kombination (wie einst Vater Hubert) und mit dem Team, sowie Silber im Slalom.

Es waren vier Wochen fast wie Traum, schon bald kam Strolz aber wieder in der Realität an. Der Vorarlberger konnte seither nie wieder an die Erfolge von damals anknüpfen, kämpft Jahr für Jahr mit seiner Form.

Heute findet sich Strolz in einer ähnlichen Situation wie im Jänner 2022 wieder. Zwar steht seine Karriere nicht auf der Kippe, aber Strolz muss um seinen Startplatz bei den Olympischen Spielen bangen. Für den 33-Jährigen könnte es generell die letzte Chance auf ein Antreten im Zeichen der fünf Ringe sein.

Strolz: "Vor vier Jahren stand ich am Abgrund"

Nach einer bisher mäßigen Saison mit den Rängen 24, 24, 23, 17, 28 hat er im aktuell ohnehin schwächelnden ÖSV-Slalom-Team nicht die besten Argumente für einen Platz im Olympia-Aufgebot. Seine letzte Chance: der Slalom in Kitzbühel am Sonntag (ab 10:30 Uhr im LIVE-Ticker). Danach wird das Olympia-Team nominiert.

Wer holt sich die letzten Olympia-Tickets im Slalom? Die Ausgangslage >>>

"Mit der Situation vor vier Jahren kann man es nicht vergleichen. Da bin ich wirklich am Abgrund gestanden. Jetzt ist es fast ein Luxusproblem", erinnert sich Strolz an die härteste Zeit in seiner Karriere zurück.

Wenn mir das Wasser bis zum Hals gestanden ist, konnte ich bis jetzt immer recht gute Leistungen bringen.

Johannes Strolz kann mit Druck umgehen

Dass er am Sonntag liefern muss, wenn er zu Olympia will, setzt ihn nicht unter Druck – im Gegenteil.

"Wenn mir das Wasser bis zum Hals gestanden ist, konnte ich bis jetzt immer recht gute Leistungen bringen. Wieso das dann meistens das Beste in mir hervorbringt, weiß ich nicht."

Trendwende? "Es kann sehr schnell gehen"

Den besten Johannes Strolz wird es definitiv brauchen, um am Ganslernhang zu reüssieren. Bei der aktuellen Leistungsdichte im Slalom kein einfaches Unterfangen.

"Es ist kein Wunschkonzert und kein Zuckerlecken. Es muss einfach alles passen, damit man vorne mitfahren kann. Das ist bei mir aktuell einfach nicht ganz der Fall", sagt der 33-Jährige.

Es gelinge ihm derzeit nicht, seine guten Trainingsleistungen in den Wettkampf umzumünzen, so der Slalom-Spezialist. "Da hat mir bis jetzt einfach die notwendige Leichtigkeit gefehlt. Die gilt es zu finden."

Das könne aber durchaus schnell passieren. "Vor vier Jahren ist es mir genauso gegangen. Da bin ich mit gar nichts dagestanden, habe aus dem Nichts das Rennen gewonnen und dann ist es dahin gegangen. Also es kann schon sehr schnell gehen, aber es muss alles passen."

Olympia ohne Strolz? "Sehe es aktuell entspannter"

Sollte das erhoffte Erfolgserlebnis ausbleiben, werden die Olympischen Spiele wohl ohne den Olympiasieger stattfinden. Im Vorjahr verpasste er bereits die Heim-WM in Saalbach-Hinterglemm.

"Letztes Jahr habe ich mir teilweise selbst viel mehr Druck gemacht, weil diese Gelegenheit Heim-WM einmalig ist. Es hat mir auch ziemlich weh getan, dass ich das damals nicht geschafft habe. Da habe ich auch einige Zeit gebraucht, bis ich das abgehakt habe. Jetzt möchte ich natürlich auch unbedingt dabei sein, aber ich sehe es aktuell ein bisschen entspannter", sagt Strolz.

Vielleicht ist genau das die nötige Lockerheit, die es braucht.

Die 10 Männer mit den meisten Slalom-Weltcupsiegen

Kommentare