NEWS

ÖSV-Star Scheib: "Ich will einen Neustart machen"

Julia Scheib war in der vergangenen Saison die überragende Riesentorläuferin, das will sie vor dem Auftakt 2026/27 aber ausblenden. Eine Niederlage aus dem letzten Winter lässt sie dennoch nicht los.

ÖSV-Star Scheib: "Ich will einen Neustart machen" Foto: © GEPA
Kommentare

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hat Julia Scheib alle überrascht – mit ihrem ersten Weltcup-Sieg beim Saison-Auftakt in Sölden.

Es war der Anfang einer beeindruckenden Erfolgssträhne, die mit dem Gewinn der kleinen Kristallkugel im Riesentorlauf endete.

Die Steirerin hat in der alpinen Kerndisziplin in der vergangenen Saison fast alles gewonnen. Fast.

Ausgerechnet bei den Olympischen Spielen konnte die Gold-Favoritin ihrer Rolle nicht gerecht werden, ein falscher Funkspruch der Trainer brachte sie um ihre Medaillenchance. Sieben Hundertstel fehlten am Ende auf Edelmetall.

Diese - unter Anführungsstrichen - Niederlage wirkt auch acht Monate später noch nach.

"Das poppt immer wieder auf"

"Ich hätte es mir schon anders gewünscht. Aber von einer Niederlage lernt man dann doch mehr als von einem Sieg. Trotzdem ist es so, dass das immer noch ein bisschen in mir ist. Das poppt immer wieder auf", gibt Scheib auf LAOLA1-Nachfrage zu.

Dass sie die Chance auf eine Olympia-Medaille, die in den Karrieren der meisten Athlet:innen eher rar gesät ist, nicht nutzen konnte, beschäftigte die Gewinnerin von fünf Weltcup-Riesentorläufen auch über den Sommer hinweg. Mehr, als ihr vielleicht lieb ist.

"Natürlich will man in einer Saison, in der man viel gewinnt, immer mehr und mehr. Aber ich will da auch nicht so streng mit mir selbst sein, weil letzte Saison einfach so viel gut gelaufen ist und die eine Sache nicht", sagt Scheib.  

"Dort weitermachen, wo ich aufgehört habe"

Zu viel in die Vergangenheit schauen will die 28-Jährige ohnehin nicht.

"Ich bin dankbar dafür, was in der letzten Saison passiert ist. Aber das liegt in der Vergangenheit. Ich will das ausblenden und einen Neustart machen", kündigt sie in Hinblick auf den Auftakt in Sölden an.

Dem ersten Rennen des Winters auf dem Rettenbachgletscher blickt Scheib durchaus positiv entgegen, auch wenn sie nicht genau wisse, wo sie im Vergleich zur Konkurrenz steht.

"Natürlich will ich dort weitermachen, wo ich aufgehört habe. Vom Gefühl her war die Vorbereitung schon mal gut", gibt Scheib Einblick.

In der Vergangenheit habe ich schon eine Woche gebraucht, bis der Körper ready war, bis das Mindset ready war, um wieder Gas zu geben. Das war diesmal relativ schnell wieder da.

Scheib über die Saison-Vorbereitung

In dieser habe sie bewusst auf ihren Körper gehört und versucht, es nicht zu übertreiben. Mit Erfolg.

"In Ushuaia (beim Vorbereitungs-Camp; Anm.) war das Gefühl am ersten, zweiten Skitag sofort wieder da. In der Vergangenheit habe ich da schon eine Woche gebraucht, bis der Körper ready war, bis das Mindset ready war, um wieder Gas zu geben. Das war diesmal relativ schnell wieder da", berichtet Scheib.

Volles Programm auch im Super-G

Es scheint also angerichtet für einen erfolgreichen Saison-Start. Scheib macht aus ihren Zielen keinen Hehl: "Natürlich will ich jedes Mal gewinnen, wenn ich am Start stehe. Das ist Priorität Nummer eins."

Zusätzlich zu ihrer Parade-Disziplin, dem Riesentorlauf, will Scheib in der anstehenden Saison auch alle Super-Gs bestreiten. Das Trainingsvolumen auf den langen Latten wurde in der Vorbereitung dementsprechend hinaufgeschraubt.

Die Rahmenbedingungen für einen ähnlich erfolgreichen Winter wie im letzten Jahr scheinen bei Julia Scheib jedenfalls gegeben. Die Kugel-Gewinnerin arbeitet weiter in einem Umfeld, in dem sie sich wohl fühlt: "Das ist bei mir das Wichtigste."

Die besten Urlaubsbilder 2026 der Ski-Stars

Kommentare